Bärbel und Dieter Schuck aus Calbe haben sich vor einem halben Jahrhundert in der Saalestadt das Ja-Wort gegeben. Seine goldene Hochzeit hat das Jubiläumspaar nun mit der großen Familie, mit Freunden und Bekannten gefeiert. Dabei verraten die beiden ein kleines Erfolgsrezept für einen solchen "Ehe-Marathon."

Von Andreas Pinkert

Calbe l "Ich glaube, jetzt kommt jemand von der Stadt", sagt Bärbel Schuck etwas ungläubig, als sie am Freitagvormittag aus dem Fenster schaut. Sie sollte Recht behalten, denn tatsächlich kommt Bürgermeister Dieter Tischmeyer mit einem Blumenstrauß die Erich-Weinert-Straße entlang und klingelt an der Eingangstür. Die 69-Jährige ist ebenso erfreut wie überrascht. "Woher wissen Sie das denn?", fragt Bärbel Schuck das Stadtoberhaupt. Ihre Töchter können sich ein Lächeln nicht verkneifen. Die Überraschung ist gelungen.

"Ein großer Ehekrach blieb in den 50 Jahren aus. Damit fangen wir jetzt auch nicht an."

"Wir sind etwas aufgeregt, eine goldene Hochzeit feiert man ja nicht alle Tage", meint Bärbel Schuck und blickt liebevoll zu ihrem Mann, der zurücklächelt.

Beide sind sich das erste Mal im damaligen Gesellschaftshaus in der Tuchmacherstraße bewusst über den Weg gelaufen. "Bei Jahns war Tanz", erinnert sich der 72-Jährige. Die berühmt-berüchtigte Liebe auf den ersten Blick war es damals allerdings nicht, meint Ehefrau Bärbel. Gutes brauche eben seine Zeit und müsse nicht immer spektakulär sein. So war es eine eher alltägliche Begegnung in der Schloßstraße, die beide zueinander führen sollte.

Anfang August 1964 gaben sich beide das Ja-Wort. "Das Wetter zur Hochzeit war im Gegensatz zu heute ganz miserabel", erinnert sich Dieter Schuck. Durch den Zuzug von hunderten Menschen, bedingt durch den Bau des Niederschachtofenwerkes, waren Wohnungen in Calbe reine Mangelwange und heiß begehrt. Nachdem sie bei den Eltern wohnten, konnten sie schließlich doch in die eigenen vier Wände ziehen.

Ihre Brötchen verdienten sich die Schucks in der Calbenser Landwirtschaft. Auf dem Traktor oder Erntemaschine: "Ich habe viele Jahre eigentlich alles gemacht, was anfiel", beschreibt Dieter Schuck seine Arbeit. Ehefrau Bärbel war zeitweise in der Küche der heutigen Agrargenossenschaft beschäftigt. "Ich ging manchmal in den frühen Morgenstunden aus dem Haus zur Arbeit und kam oft spät wieder nach Hause", gibt Dieter Schuck zu, der nicht selten seinen Feierabend mit Arbeitskollegen und einem Bier einleitete. Vielleicht sei dies genau das Erfolgsrezept einer langen Ehe gewesen, mutmaßt Dieter Schuck. Natürlich habe es zwischen den Eheleuten auch Meinungsverschiedenheiten gegeben, doch ein großer Ehekrach blieb in den vergangenen 50 Jahren aus. "Ich glaube, damit fangen wir jetzt auch nicht mehr an", lächelt Bärbel Schuck.

Nach und nach wurde Familie Schuck immer größer. Heute zählen drei Töchter, zwei Söhne, sechs Enkel und drei Urenkel dazu. "Der vierte Urenkel ist schon unterwegs", freut sich Dieter Schuck.

Mit seiner Frau hat er sich jedenfalls schon jetzt fest vorgenommen, die diamantene Hochzeit im Jahr 2024 zu feiern.