Ein neuer Lebensabschnitt hat für neun junge Menschen begonnen. Sie lernen am Schönebecker Ameos Klinikum einen Ausbildungsberuf im Bereich der Krankenpflege. Die aus der Region stammenden Jugendlichen sind jetzt von der Krankenhausleitung begrüßt und eingewiesen worden.

Schönebeck l Neun neue Auszubildende sind am Donnerstag im Schönebecker Ameos Klinikum begrüßt worden. Manuela Heinrich, die pflegerische Krankenhausleitung, nahm die jungen Leute in Empfang. Zuerst ging es für sie in die Kleiderkammer, Dienstkleidung abfassen. Denn aus hygienischen Gründen wird im Krankenhaus das Tragen privater Textilien ausgeschlossen. Mehr noch, die neun Neuen erfuhren, was alles nicht sein darf: keine Plüschtiere am Schlüsselring, kein Unterarmschmuck (nicht einmal Eheringe sind ausgenommen), keine künstlichen Fingernägel, keine lackierten Fingernägel. Pflicht ist hingegen das Tragen von geschlossenem Schuhwerk. Überhaupt spielte das Thema Hygiene am ersten Tag der Lehre eine zentrale Rolle. Schwester Jeanette Wiermann hat in dieser Hinsicht extra eine umfängliche Qualifizierung abgeschlossen und führt jetzt gewissermaßen die Oberaufsicht in punkto Sauberkeit im Hause. Ein Fläschchen Desinfektionsmittel gab es für jeden Auszubildenden in die Hand: "Damit ihr euch an den Geruch gewöhnt", kommentierte Schwester Jeanette. Dieser Geruch sei aber längst nicht mehr so penetrant, wie in früherer Zeit, bemerkte bei dieser Gelegenheit Krankenhaussprecherin Cornelia Heller.

Erste Lektion: Optimale Reinigung der Hände

Ins Stammbuch schrieb Schwester Jeanette den Jugendlichen auch ein: "Nur eine gepflegte Hand lässt sich gut desinfizieren." Und sogar dieser Handgriff (im wahrsten Sinne des Wortes) muss gelernt sein. Die optimale Reinigung und Pflege der Hände geschieht in sechs Schritten. Besucher von Veranstaltungen des Klinikums (wie "Tag der offenen Tür") werden wissen, wie es geht. Und wenn es nicht optimal läuft, ist das Ergebnis unter Schwarzlicht zu sehen: braune Flecken auf der Haut.

Von den neun Auszubildenden erlernt eine junge Frau, nämlich Sarah-Nicole Minet aus Staßfurt, den Beruf einer Kinderkrankenpflegerin. Ein Novum, denn prinzipiell bilden nur die Universitätskliniken in Halle und Magdeburg diese Pflegekräfte speziell für Kinderstationen aus. Da aber Schönebeck mit der Uni-Klinik Magdeburg seit kurzem eine Kooperation unterhält, ist diese Ausbildung nun auch in Schönebeck möglich. Die theoretischen Unterweisungen erfolgen in Magdeburg am Universitätsklinikum. Neu ist auch die Ausbildung von OTA-Azubis. OTA ist die Abkürzung für Operationstechnischer Assistent. Viktoria Stankova und Markus Ölschläger aus Schönebeck wollen genau das werden. Das heißt, ihr Arbeitsplatz wird vornehmlich einmal der Operationssaal sein, wo sie den Ärzten assistieren. Wie Manuela Heinrich erläuterte, können spätere Einsatzbereiche aber auch Praxen, Notambulanzen und Sterilisationsabteilungen sein. "Es war schon immer mein Wunsch, einmal einen Beruf zu ergreifen, der mit Menschen zu tun hat. Ich finde, eine Arbeit in einem Krankenhaus ist nicht wie jede andere Arbeit", sagte die 16-jährige Viktoria. Sie hatte mehrere Bewerbungen geschrieben, befand das Klinikum Schönebeck als besonders angenehm.

"Ich war sehr froh, als ich die Zusage aus Schönebeck hatte."

Steffi Langenberger, Auszubildende

Den Beruf eines Gesundheits- und Krankenpflegers, beziehungsweise -pflegerin (so die aktuelle Bezeichnung für Krankenschwester und -pfleger) erlernen Pia Arndt aus Brumby, Pascal Herse aus Welsleben, Nguyen Khanh Phuong und Lisa Lahne aus Schönebeck sowie Vivian Levin und Steffi Langenberger aus Magdeburg. Lisa Lahne und Sarah-Nicole Minet kennen sich bereits gut aus mit dem Krankenhausalltag. Beide durchliefen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Schönebecker Klinikum. Für Viktoria Stankova genügte als Schülerin ein einziger Praktikumstag um herauszufinden, dass sie den zu ihr passenden Beruf gefunden hatte. "Ja", sagte sie auf Nachfrage, "ich kann auch Blut sehen, das macht mir nichts aus." Genau das ist beim Praktikum auch ausgetestet worden.

Steffi Langenberger hatte sich bei mehreren medizinischen Einrichtungen in der Region beworben. "Ich war sehr froh, als ich die Zusage aus Schönebeck hatte. Es gibt zwar einige offene Stellen, die angeboten werden, aber ehe man tatsächlich eine sicher hat, dauert es. Das ist anstrengend. Einige Ausbildungsbetriebe haben gar nicht geantwortet." Auch die 19-Jährige hat bereits ein FSJ in der Magdeburger Uniklinik geleistet.

Die Ausbildung für die Neun beginnt erst einmal gemächlich. Für die OTA´s Viktoria und Markus sowie die Kinderkrankenpflegerin Sarah-Nicole ist offizieller Beginn 1. August, doch die Uni-Klinik Magdeburg beginnt erst in zwei Wochen mit der Ausbildung, bis dahin sind die Drei freigestellt. Die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger beginnen ihre Ausbildung am 1. September, die theoretischen Unterweisungen erhalten sie in Aschersleben. "Unsere Auszubildenden werden sich bei uns aber hin und wieder über den Weg laufen", sagte die leitende OTA-Schwester, Corina Maser, die ebenfalls beim Empfang dabei war, voraus.

Und wie wird man so Auszubildender im Schönebecker Krankenhaus? "Voraussetzung ist ein Realschulabschluss, schöner ist ein Abitur", verrät Manuela Heinrich kein Geheimnis. Von Vorteil ist auf jeden Fall ein Praktikum oder sogar ein FSJ im Haus an der Köthener Straße.

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