Ein Gläschen Sekt muss sein: Quickfidel und mit guter Laune hat Calbes älteste Einwohnerin ihren 103. Geburtstag im heimischen Wohnzimmer gefeiert. Auch der neue Landrat Markus Bauer reihte sich in die Schar der Gratulanten ein und wäre bei der Jubilarin fast als Schwiegersohn durchgegangen.

Calbe l Im Feiern ihrer Geburtstage hat Else Heine, geborene Osterloth, reichlich Übung. Am Sonntag feierte ihn die älteste Einwohnerin Calbes bereits zum 103. Mal.

Nachdem Else Heine bereits am Sonntag in Familie feierte, empfing sie gestern Vormittag mit freudestrahlendem Gesicht weitere Gäste in ihrem Wohnzimmer im Erdgeschoss des Wohnhauses am Ende des Fährwegs. "Sie wohnen hier richtig idyllisch", sagte Geburtstagsgast und Landrat Markus Bauer mit Verweis auf die Nähe zur Saale.

Das neue Gesicht unter den Gratulanten konnte Else Heine so schnell nicht einordnen und verwechselte den Landrat kurzerhand mit ihrem Schwiegersohn Kurt-Henning. Nicht schlimm, denn wie in den Vorjahren lud die gesellige Seniorin die Runde zu einem Gläschen Sekt ein. "Zum Wohl!, prostete die 103-Jährige jedem zu.

Für Bürgermeister Dieter Tischmeyer war die Gratulation ein Déjà-vu. "Ich habe ihnen die vergangenen Jahre immer versprochen, wieder an ihrem Geburtstag vorbeizukommen", sagte das Stadtoberhaupt und erneuerte sein Versprechen für den 104. Geburtstag. Die postalischen Glückwünsche von Ministerpräsident Reiner Haseloff liegen auf dem Gabentisch.

Else Heine wurde in dem Jahr geboren, als der von Clara Zetkin initiierte Internationale Frauentag erstmals begangen wurde, als die Oper "Der Rosenkavalier" von Strauss in der Dresdner Hofoper uraufgeführt wurde oder die berühmte Titanic vom Stapel lief. Die Zeit scheint an der gebürtigen Calbenserin scheinbar wirkungslos vorbeizufliegen. Die Floskel: "Ihr Alter sieht man Ihnen aber nicht an", wird bei der Seniorin zu einem Manifest. Else Heine blickt auf schier unendlich viele Ereignisse und Begegnungen zurück, die sie in ihrem langem Leben samt zahlreicher Gesellschaftssysteme, Währungen aber auch Kriegen erlebt hat. Die Lebensfreude hat die 103-Jährige jedenfalls nie verloren. Noch mit über 100 Jahren ging sie regelmäßig in die Volkssolidarität-Begegnungsstätte in der Feldstraße, vor zehn Jahren klappte es noch mit dem Fahrrad. "Heute fällt das Laufen schwer", sagt Tochter Kriemhild Maushake, die zusammen mit ihrem Mann und ihrer Mutter das Haus teilt. "Hier fühlt sie sich noch immer am Wohlsten."

Neben Else Heine leben in der Saalestadt mit der wenige Monate jüngeren Gerda Schroeder (103), Wanda Battermann (102), Ilse Schmidt (102) und Herta Zacharski (101) noch weitere Damen, die bereits einen dreistelligen Geburtstag feiern können.