30 Kinder, sechs Tage, ein Bootshaus an der Elbe, spannende Workshops und viel unberührte Natur - mehr braucht es nicht für ein Sommerferiencamp, das allen richtig Spaß macht.

Schönebeck l Kettensägen kreischen, aus Planken und Fässern werden Flöße gebaut, in den Sonnenuntergang paddeln, baden, spirituelles Leben über Yoga und gemeinsam singen - was sich anhört wie das Leben einer Gruppe von Gestrandeten auf einer einsamen Insel, ist in Wahrheit der "Marktplatz der Vielfalt" - ein sechstägiges Sommercamp am und im Bootshaus Delphin in Schönebeck.

"Wir wählten bewusst den Namen Marktplatz, weil unser Camp genau wie einer funktionieren soll. Hier sollen die Kinder neue Sachen sehen und ausprobieren, Leute sehen und kennenlernen, miteinander reden - wie beim Markttreiben eben", erklärt Linda Dutschko, Mitarbeiterin beim Verein Rückenwind und Campleiterin.

Und dafür sorgt auch ein prall gefülltes Programm für die Kinder, ähnlich vielseitig, wie die Stände auf einem Markt: Es wurden verschiedene Workshopgruppen angeboten. Kanufahren, Tanzen und Singen, Naturerleben mit Flowersticks erlernen und Floß bauen. "Jedes Kind musste sich am Anfang entscheiden, was es machen will und arbeitete in dieser Gruppe die ganzen sechs Tage an dem Thema", erklärt die Campleiterin. "Zusätzlich hatten wir aber auch Punkte, die alle gemeinsam gemacht haben."

Dazu gehörte zum Beispiel Trommeln, Chaos Rallye, Kinoabend, Candle-Light-Dinner und Yoga. "Wir wollten was neues probieren und waren überrascht, wie gut Yoga bei den Kindern ankam", schwärmt Linda Dutschko.

Neben der Begeisterung für Yoga überraschten die Kinder die Teamer gleich noch einmal: Tricks und Übungen mit den Fowersticks, für die die Trainerin etwa zwei Monate zur Einübung brauchte, beherrschten die Kinder bereits nach drei Tagen. "Die haben sich echt reingehängt und jeden Tag geübt."

Und das bei einem Zwölf-Stunden Tag. Jeden Tag um 8 Uhr startete der Camptag und war erst gegen 20 Uhr zu Ende. Aber das machte den 30 Kindern aus Schönebeck, Barby, Calbe und anderen Orten aus dem Salzlandkreis nichts aus, weil einfach alles Spaß machte.

"Deshalb kommen einige auch immer wieder und bringen auch Freunde mit", erklärt Linda, wie die Teilnehmer zum Camp kamen. Zusätzlich werden auch durch Sozialarbeiter und Beratern von Bildung und Teilhabe Kinder vermittelt.

Am Sonnabend war das Camp dann zu Ende. Aber natürlich gab es eine große Abschlussveranstaltung bei der die zwei selbstgebauten Flöße, darunter eins, das aus Ballonen gebaut wurde, ausprobiert wurden, die Tricks mit den Flowersticks gezeigt wurden, genau so wie das eigene Camp-Lied mit selbstgeschrieben Text und Tänze gezeigt wurden.

Die sechs Camptage waren schneller vorbei, als die meisten gedacht hätten. Aber alle haben viel mitgenommen, wovon sie sicher noch lange und viel erzählen werden.

"Die Nachtwanderung steckt mit jetzt noch in den Knochen, das war echt gruselig", "In den Sonnenuntergang zu paddeln, das würde ich gerne weiter jeden Tag machen", "Oder uns nochmal bedienen lassen wie beim Candle-Light-Dinner", surrten die Sätze nur so umher, als die Eltern dann die Kinder nach dem Abschluss-Event abholten.

   

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