Schönebeck l Unversehens ist die Uhrmachermeisterin Heike Schwartzer Teil einer Radiosendung geworden. "Der MDR ist auf uns zugekommen. Vor dem Hintergrund des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren wurden Unternehmen gesucht, die es bereits damals gab. Na ja, und uns gibt es seit 1885", berichtet die Schönebeckerin.

Konkret ging es den Radiomachern um den Einzug der Armbanduhr, die vor etwa 100 Jahren die bis dahin gängige Taschenuhr ablöste. Das sei sogar für den Krieg von Bedeutung gewesen, mussten doch die Soldaten nicht erst in den Taschen wühlen, um zu sehen, was die Stunde geschlagen hat. Im Interview gibt Heike Schwartzer den Radioleuten Auskunft über das, was ihr von ihren Vorfahren überliefert worden ist. Etwa, wie ihr Urgroßvater Gustav, mehrfacher Familienvater, die schwierige Zeit von 1914 bis 1918 überstanden hat. Immerhin lief das Geschäft nachweislich die gesamte Kriegszeit über. Es war gut aufgestellt, bot neben Uhren auch Nähmaschinen und Fahrräder an.

Apropos Taschenuhren: Erleben die derzeit nicht so eine Art Renaissance? "Das kann man so sagen. Sie sind halt etwas Besonderes, und der Träger fällt auf, wenn er eine Taschenuhr hervorholt", sagt Heike Schwartzer. Wer hat die Armbanduhren eigentlich erfunden? "Ich vermute mal Cartier aus Frankreich. Vielleicht waren es auch die Schweizer", überlegt die Uhrmachermeisterin.

Übrigens hat sie das Geschäft der Altvordern vor 20 Jahren vom Vater übernommen, der auch Gustav heißt. Und auch ein Cousin in Magdeburg steht in dieser Tradition. "Er betreibt keine Filiale von uns, er ist eigenständig", erläutert die Geschäftsfrau.

Entstanden ist mit dem Interview durch den MDR auch eine CD, die es bei der Landeszentrale für politische Bildung am Magdeburge Schleinufer gibt, weiß Heike Schwartzer.

Der Radiobeitrag läuft übrigens am kommenden Montag, 11. August, ab 11.40 bei MDR Radio Sachsen-Anhalt, wiederholt wird er am selben Tag um 18.30 Uhr.