Rund 1,5 Millionen Euro investiert die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) 2014 in die Anschaffung neuer Fahrzeuge. Nach der Ausschreibung werden sieben neue Niederflurfahrzeuge gekauft. Der Landkreis fördert das mit 560 000 Euro.

Bernburg l Barrierefreiheit ist ein vielbemühtes Wort, geht es um Bus, Bahn, Haltestellen, Platzgestaltungen, Gebäudeneubauten. Erste Assoziationen führen dann schnell zu Bildern gebrechlicher, meist älterer Menschen, die ein Hindernis zu überwinden haben.

Landkreis und Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) fassen Barrierefreit viel weiter. Und nehmen dafür Geld in die Hand. So wird die Übergabe des Fördermittelbescheides öffentlichkeitswirksam auf dem KVG-Betriebsgelände in Bernburg gestaltet. "Barrierefreiheit meint nicht nur die Erreichbarkeit bei körperlichen Beeinträchtigungen, sondern überhaupt die Einstiegsbarrieren für den Busverkehr zu nehmen", sagt Janko Wilke. Dazu bedarf es aktueller Fahrzeugstandards, so der Prokurist und Kaufmännische Geschäftsführer der KVG. Moderne, sichere, umweltfreundliche und gut zugängliche Busse machten die Attraktivität aus, die Fahrgäste heute zu schätzen wüssten, ja voraussetzten. Der Kauf neuer Fahrzeuge ist demnach nicht luxuriöser Selbstzweck, sondern Voraussetzung für gut funktionierenden öffentlichen Nahverkehr, der wahr- und angenommen werde.

Rund 1,5 Millionen Euro investiert das kommunale Unternehmen laut Wirtschaftsplan 2014 in die Anschaffung von sieben neuen Bussen. Nach einer Ausschreibung sollen sie bis zum Jahresende gekauft werden und zum Einsatz kommen. Die Gesellschaft orientiert sich bei den Modellen an Erfahrungswerten bei Mitfahrenden sowie an Prognosen künftiger Fahrgast- und Schülerzahlen. "Es werden Standardlinienbusse, Niederflurausführung, zwölf Meter lang, mit verschieden variabel eingerichteten Sitz-, Kinderwagen- oder Rollstuhlplätzen", verrät Janko Wilke schon jetzt. Und, dass alle Fahrzeuge den aktuell höchstmöglich einzuhaltenden Schadstoffklassen entsprechen würden.

Hilfe zur Finanzierung der Fahrzeuge

Mit 80 000 Euro pro neuem Bus unterstützt der Salzlandkreis die Anschaffung. "Diese Förderung mit öffentlichen Mitteln hilft uns, die Finanzierung der Fahrzeuge zu sichern, in die Ausschreibung gehen zu können und langfristig die geplanten Ersatzbeschaffungen umzusetzen", sagt der Prokurist. 89 Busse sind derzeit im Dienst der KVG zwischen Schönebeck und Aschersleben, Staßfurt und Bernburg unterwegs. Sieben neue Busse müssten jährlich neu eingekauft werden, so Janko Wilke, um das Durchschnittsalter des Fuhrparks zu halten. In acht Jahren müssten die neuen Busse gut und gerne rund 400 000 Kilometer zurücklegen, so der Anspruch der Gesellschaft.

Landrat Markus Bauer (SPD) zeigt sich überzeugt davon, dass die KVG als kommunales Unternehmen Dienstleistungs-, Service-, Wirtschaftlichkeits- und Umweltgedanken gut zusammenbringe. "So geht man hier vorbildlich auf die sich verändernden Bedürfnisse der Bevölkerung, den Wandel in der Altersstruktur, aber auch die Anforderungen des Klimaschutzes ein", sagt der Kreischef. Er greift den Gedanken der Barrierefreiheit - für Senioren wie für junge Mütter und alle anderen gleichermaßen - wieder auf und nennt zudem die Anbindung des ländlichen Raums als wichtigen Aspekt. Das, so Markus Bauer, rechtfertige die Förderung mit öffentlichen Mitteln und müsse für mehr Zuspruch sorgen.

Der Landkreis als Verantwortungsträger für die Schulbeförderung nehme darüber hinaus einen Bildungsauftrag mit Vorbildcharakter wahr, wenn er auf moderne, umweltfreundliche Fahrzeugtechnologien im Nahverkehr setze und diese so bereits im Bewusstsein der Jüngsten zur Selbstverständlichkeit werden lasse.