Jürgen Ladebeck hat für seine Idee, eine Internetseite für die vom hohen Grundwasserstand betroffenen Menschen zu eröffnen, viel Zuspruch erhalten. Innerhalb eines Monats besuchten 3000 Menschen die Seite. Ladebeck möchte der Arbeitsgruppe Grundwassermanagement Informationen liefern, die bei der Lösung der Problematik hilfreich sein könnten.

Bad Salzelmen. Jürgen Ladebeck wohnt in der Dr.-Tolberg-Straße in Bad Salzelmen und hat, wie viele Felgeleber, Wasser in seinem Keller. Er ist unzufrieden und enttäuscht, dass die Anwohner in Schönebeck seit so vielen Jahren mit dem hohen Grundwasserstand allein gelassen werden. Mit der Gründung der Arbeitsgruppe Grundwassermanagement sieht er jedoch langsam etwas Licht am Ende des Tunnels. "Endlich kommt Bewegung in die Sache", sagt Ladebeck.

Diese Hoffnung teilt er mit vielen Bewohnern in und südlich von Schönebeck. Was ihn aber von den meisten anderen unterscheidet, ist, dass er versucht, die Arbeitsgruppe mit konkreter Hilfe zu unterstützen. Ladebeck hat Ende Dezember eine Internetseite zur Grundwasserproblematik eröffnet. Dort können vom hohen Grundwasser betroffene und geschädigte Schönebecker und Salzländer auf einer Karte eintragen, wie hoch das Wasser in ihren Häusern steht. Auf dieser befinden sich mittlerweile schon fast 200 rote Punkte, die die Anwohner gemeldet haben und Jürgen Ladebeck dann markiert hat. Er sammelt Informationen. "Als es die Überlegungen für eine Grundwasserarbeitsgruppe gab, habe ich mir gedacht: Woher sollen die Mitglieder und Experten wissen, wo die Probleme am Dringlichsten sind? Woher bekommen sie in kurzer Zeit Daten, mit denen sie arbeiten können?", erzählt Ladebeck von den Anfängen.

Aber es ist nicht nur das Datensammeln, was ihn antreibt: "Ich möchte auf diese Weise auch etwas Druck aufbauen und der Arbeitsgruppe bei den Vorarbeiten behilflich sein." Und das ist er in der Tat. Jeder, der die Übersicht anklickt, erkennt die Problematik auf den ersten Blick: Das hohe Grundwasser ist ein regionales Problem und muss deshalb regional angegangen werden. Der Ort Gnadau ist auf der Karte beispielsweise von einem kompletten Kreis umschlossen. "Der Ortsbürgermeister Dietmar Schrader sagte mir, dass zwischen 80 und 90 Prozent der Menschen in Gnadau Wasser in ihren Kellern haben. Der gesamte Ort ist betroffen."

Zusätzlich wurde auf der Homepage ein Forum eingerichtet, in welchem die Bürger diskutieren und gegenseitige Ratschläge austauschen können. "Die Menschen nutzen das natürlich auch zum Dampf ablassen, und das ist in Ordnung so", sagt Ladebeck.

Ob die Arbeitsgruppe die gesammelten Informationen für ihre Tätigkeit nutzen wird, weiß Ladebeck nicht. Eines stellt er jedoch klar: "Die Gruppe kann nur erfolgreich sein, wenn sie das gesamte Gebiet südlich von Schönebeck mit einbezieht. Nur regional betrachtet kann man zu einer vernünftigen Lösung kommen." Dafür ist die Internetseite ein Anfang.

www.grundwasserschaden.de