Junge Gärtner sind in Schönebeck und der Umgebung rar gesät. Deshalb werben die Familien, die den Altersdurchschnitt in den Kleingartenvereinen senken, in der diesjährigen Gemeinschaftsaktion von Volksstimme und Gartenverband für dieses "grüne" Hobby.

Schönebeck l. Ein Hobby für die ganze Familie haben Beate Ilgenstein und ihr Lebensgefährte Tobias Reimann gefunden. Seit sechs Jahren schon bewirtschaften sie einen Kleingarten - und das ist ein grünes Hobby nicht nur für die Eltern, sondern auch für ihre beiden Kinder.

"Seit 2008 haben wir unseren Garten im Verein Einigkeit I", berichtet die 33-Jährige. Nahezu jeden Tag, jede freie Minute verbringt die Familie seither in ihrer kleinen Oase. "Ohne meinen Garten zu sein, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen", sagt Beate Ilgenstein.

Mit ihrer Familie zusammen ist die Schönebeckerin ein gutes Beispiel dafür, dass auch junge Menschen Freude an der Gartenarbeit haben können. Das zu zeigen, ist ein Anliegen der diesjährigen Gemeinschaftsaktion der Volksstimme und des Verbandes der Gartenfreunde Schönebeck und Umgebung. Denn junge Nachahmer sind in den Vereinen gern gesehen. Auch in der Kleingartensparte "Einigkeit I". Sie befindet sich direkt auf der Fläche zwischen der Magdeburger und der Wilhelm-Hellge-Straße. 69 Parzellen gehören zum Verein. Dass nicht nur die älteren Kleingärtner ihre grünen Oasen gut in Schuss haben, das beweist Beate Ilgenstein.

"Der Garten zeugt von Fleiß", sagt Siegfried Kliematz vom Verband der Gartenfreunde, nachdem er sich einen kurzen Überblick in der Parzelle verschafft hat. Hier stehen Erdbeerpflanzen, da Tomaten, neben Gewürzen wachsen Tomaten - es ist eben ein Gartenreich, das auch Nahrung liefern kann.

"Meine Eltern hatten schon einen Garten, dadurch habe ich das Kleingärtnern kennengelernt", berichtet die 33-Jährige. Für sie sei die Zeit an der frischen Luft unverzichtbar, "und für die Kinder ist es doch perfekt", sagt sie. Gemeint sind ihr zehnjähriger Sohn Sascha und die fünfjährige Paula Marie. Sie können nicht nur sehen, wie das Gemüse von morgen heranwächst, sondern sie können Mama und Papa auch zur Hand gehen.

Arbeit im Garten ist ein Ausgleich zum Alltag

"Auch wenn dabei die Ernte eher direkt im Magen verschwindet", erzählt die junge Mutti mit einem Lächeln.

Ebenfalls ein Höhepunkt für das Geschwisterpaar ist der eigene Pool im Gartenreich.

"Für mich bedeutet der Kleingarten keinesfalls nur Arbeit", sagt Beate Ilgenstein. "Es macht Spaß." Das sei auch der Grund, warum Unkrautjähten, Sähen und Umgraben "ein toller Ausgleich" sind zum Alltagsstress. Die junge Schönebeckerin geht sogar so weit zu sagen: "Unser Urlaub ist im Garten."

Für den Verein "Einigkeit I" hat sich die junge Familie einst entschieden, "weil der Garten nahe an der Wohnung liegt", nennt die 33-Jährige einen ausschlaggebenden Grund.