Die Unterschriftenaktion für einen Radweg zwischen Förderstedt und Staßfurt nimmt Fahrt auf. Eine beachtliche Anzahl an Bürgern hat unterschrieben. Mittlerweile erkennt auch die Kommunalpolitik das Problem.

Förderstedt l Die Initiative einiger engagierter Bürger aus Förderstedt für einen Radweg zwischen dem Ortsteil und der "Hauptstadt" Staßfurt nimmt immer mehr Gestalt an. Seit zirka einem Vierteljahr werden an verschiedenen Stellen Unterschriften gesammelt. Henrik Fischer hat Listen in seinem Lottoladen in Förderstedt ausliegen. Jan Zaschke und Gerhard Schnock baten etliche Menschen um Unterschrift.

Mittlerweile haben sich feste Orte etabliert, wo Bürger, die das Ansinnen unterstützen wollen, unterschreiben können: Das sind der NP-Discounter, der Lottoladen Hinter der Achte, die Landwirtschaft von Marco Kunze in Förderstedt, der Albertinesee in Üllnitz und neuerdings die Förderstedter Sparkassenfiliale.

"Wir haben jetzt 25 Blätter mit jeweils 28 Unterschriften voll", erklärt Gerhard Schnock, der mit seinen Radfahrerfreunden einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion war. Das ergibt 700 Unterschriften. Neben den ausgelegten Listen baten die Initiatoren auch vereinzelt Menschen oder Gruppen um Unterschrift. So hat sich auch die Zentrale Landsportgemeinschaft Atzendorf dem Protest jüngst mit einer Radtour angeschlossen (Volksstimme berichtete).

Marbeweg: überall Löcher, Pfützen und Matsch

Immer öfter werden jetzt außerdem die speziell angefertigten Westen getragen, die Jan Zaschke in Auftrag gegeben hat: Ein Radweg-Symbol mit der Aufschrift "Förderstedt - Staßfurt" prangt darauf. Die Westen werden nicht nur für offizielle "Protest-Radtouren" nach Staßfurt genutzt, sondern auch als Warnweste für den "lebensgefährlichen Weg auf der Landstraße", wie Gerhard Schnock es beschreibt.

Erst am Dienstag wollte er mit seinen Freunden von der Radfahrertruppe, die sich jede Woche zum Ausflug trifft, per Drahtesel nach Staßfurt. "Als wir aber an der Landesstraße waren, haben wir uns wegen des starken Verkehrs entschieden, diese lebensgefährliche Route nicht zu nehmen", sagt Gerhard Schnock.

Die Herren nahmen die übliche Ausweichstrecke: Den Marbeweg, der Förderstedt und Staßfurt über die Feldflur verbindet. "Der Marbeweg befindet sich aber in so einem schlechten Zustand, dass das Radfahren hier problematisch wird", ärgert sich Gerhard Schnock. Überall riesige Löcher, Pfützen, Schlamm und Matsch. Hierentlang zu fahren, so Gerhard Schnock, könne durchaus auch zu einem Unfall mit dem Rad führen.

Gerhard Schnock ist der Ansicht: "Man hätte hier vonseiten der Stadt die Firmen vielmehr ins Boot holen müssen. Die Lkw der Sodafabrik, der Müllverbrennungsanlage, des Steinbruchs und in Zukunft auch der Biogasanlage befahren diese Straße intensiv. Hier hätte man eine Vereinbarung treffen können, dass sich diese Firmen auch an einem Radwegebau beteiligen."

Dass der fehlende Radweg mittlerweile von der Kommunalpolitik als Problem erkannt wird, "nehmen wir mit Freude zur Kenntnis", so Gerhard Schnock. Im Ortschaftsrat Förderstedt wurde der Radweg als eines der Hauptthemen der gerade angebrochenen Legislaturperiode festgesetzt.

CDU-Fraktionschef Heinz-Jürgen Czerwinski nannte den Radwegebau erst kürzlich im Volksstimme-Interview als einen der Schwerpunkte der Fraktionsarbeit. Und Stadtrat Johann Hauser (FDP) will sich des Problems auf Landesebene annehmen. "Ich kümmere mich darum", kündigte er gegenüber Volksstimme an. Jüngst hatte er dazu aufgerufen, die Unterschriftenaktion zu unterstützen.

Wer seine Unterschrift für den Radweg leisten möchte, findet die Listen bei: NP-Discounter, Lottoladen, Sparkasse, Landwirtschaft Kunze in Förderstedt und Albertinesee in Üllnitz.

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