Ein Wasserrohrbruch im Netz des Wasserzweckverbandes Schönebeck in Barbys Pömmelter Straße sorgte gestern für einen Druckabfall im Trinkwassernetz. Betroffen waren rund 3000 Anschlüsse in der Elbestadt, zahlreichen Gemeinden im südlichen Elbe-Saale-Winkel sowie im Kreis Anhalt-Bitterfeld.

Barby l Bereits kurz nach Mitternacht stand Montag Morgen der gesamte Kreuzungsbereich unter Wasser, wo die Schloßstraße zur Pömmelter Straße wird. Das Wasser sprudelte mit hohem Druck aus der Asphaltdecke. Das Kanalnetz schaffte es nicht, die großen Trinkwassermengen abzuleiten. Anlieger berichteten davon, dass sich "ein riesiger See" gebildet hätte, der zu Verkehrseinschränkungen führte. Hinzu kam ein erheblicher Druckabfall im Trinkwassernetz, den aber in den sehr frühen Morgenstunden nur wenige Kunden mitbekommen haben dürften.

Die SWM-Magdeburg sind "technischer Betriebsführer" des Netzes. Wie SMW-Gruppenleiter Michael Sonneberger-Götze mitteilte, wurde eine Tiefbaufirma um 0.30 Uhr damit beauftragt, die Straße zu öffnen. Kein leichtes Unterfangen, da die Fahrbahndecke an dieser Stelle 40 Zentimeter stark ist. Hier liegen DDR-Beton und Nachwende-Asphalt in mehreren Schichten übereinander. Hinzu kommt ein Gewirr von anderen Versorgungsleitungen. Neben dem 350-Millimeter-Trinkwasserrohr kreuzen Abwasserleitungen, Strom- und Kommunikationskabel diesen Bereich.

Wasserleitung aus den 1930er Jahren

Um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen, wurde der Schadensbereich überbrückt. Zwischen zwei Hydranten verlegten die SWM-Monteure eine 80 Millimeter starke Schlauchleitung, die wie ein Bypass wirkte. Michael Sonneberger-Götze schätzte ein, dass sich dadurch der Wasserdruck etwa um die Hälfte reduzierte, der bei den Kunden ankam.

Wie es sich herausstellte, führte die erste Grabung nicht zum Ziel. An dieser Stelle zeigte sich die 350er Stahlleitung unbeschädigt. Ein Kabelschacht wirkte wie eine Leitung, ließ das Wasser abseits des wirklichen Rohrbruchs zutage treten.

Erst nach Einsatz des sogenannten Korrelators konnte die Bruchstelle lokalisiert werden. SWM-Monteur Thomas Bernecker musste in seinen Computer Rohrdurchmesser, Material und den Abstand der zwei Elektroden eingeben. Bei dem Schall-Laufzeitverfahren wurde gemessen, in welcher Geschwindigkeit sich Schall ausbreitet, den das Gerät zwischen zwei Messpunkten aussendet. Dadurch konnte die Leckage geortet werden.

Zu einer Belastung des Trinkwassers sei es gestern nicht gekommen, versicherte Michael Sonneberger-Götze. "Es ist möglich, dass das Wasser ein bisschen rostig aussieht", räumte der SWM-Gruppenleiter ein.

Die betroffene Versorgungsleitung stammt aus den 1930er Jahren. Sie ist in eine Druckerhöhungsanlage eingebunden, die hinter dem "Durchlass" in Richtung Kleingartenanlage an der Pömmelter Chaussee steht. Dort verläuft eine Fernleitung für Trinkwasser, das im Raum Lindau (Fläming) und der Colbitzer Heide gewonnen wird.

Gestern Nachmittag war der Schaden repariert, der marode Wasserrohr-Schieber ausgewechselt. Die Baugrube soll heute wieder verfüllt werden. Bis zum vollkommenen Abschluss der Arbeiten bleibt die Umleitung bestehen.

 

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