Mit einer ungewöhnlichen Aktion wirbt die Medizin um Spenden, um eine Nervenkrankheit zu erforschen und Medikamente zu entwickeln. Die "ALS Ice Bucket Challenge" (deutsch: Eiseimer-Wettbewerb) hat das Salzland erreicht.

Schönebeck (red) l Vielleicht wundert seine Nachbarn nichts mehr, seit Bert Knoblauch Oberbürgermeister von Schönebeck ist. Befremdlich mutet es dennoch an, wenn der Stadtchef am Dienstag morgens halb Acht in seinem Garten steht, und sich einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf gießt. Erste Anzeichen der Amtsbelastung oder kühler Kopf für politisches Agieren?

Weder noch! Bert Knoblauch nimmt den Eis-Kick ganz freiwillig in Kauf und wirbt damit für eine gute Sache. Hintergrund ist die Die ALS Ice Bucket Challenge (Eiseimer-Herausforderung). Erfrischend einfach ist ihr Prinzip: Eine Person, die die Herausforderung bereits gemeistert hat, nominiert drei weitere. Sie sind aufgefordert, innerhalb von 24 Stunden zu spenden, oder sich - als eine Art Freikauf - einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf zu gießen.

Die Idee stammt aus den USA und wurde für verschiedene wohltätige Zwecke genutzt. Die aktuelle Challenge bittet um finanzielle Hilfe für die Erforschung der Nervenkrankheit amyotrophe Lateralsklerose (ASL). Sie führt zu Muskellähmungen, Muskelschwund und letztlich zum Tod - und ist nicht heilbar. Das will die Forschung ändern und benötigt dafür finanzielle Mittel.

Viele Teilnehmer des Wettbewerbs geben Geld und lassen trotzdem das Eisbad über sich ergehen. Wie Oberbürgermeister Bert Knoblauch. "Ja selbstverständlich mache ich mit", sagt er, sei seine erste Reaktion gewesen. Nominiert wurde Schönebecks Erster von Christian Kolbe. "Ich will auf diese Weise erreichen, dass der Spendenmarathon auch bei uns bekannt wird", sagt er. Der Chef von Elbe Medien spielte den Challenge-Ball in seinen Nominierungen auch Gunnar Schellenberger zu, der angekündigt hat zu spenden, und Volksstimme-Redakteur Daniel Wrüske. Der Reporter hat wie Bert Knoblauch den Dienstagmorgen genutzt, um den Kopf für den Eiseimer hinzuhalten. Von seiner Nominierung hat Daniel Wrüske nicht direkt erfahren, sondern über eine Gratulation auf dem Handy. Solepark-Chefin Sibylle Schulz schrieb die Nachricht: "Glückwunsch zur Nominierung! Im Solequell haben wir viel Eis!" So war gleich der passende Ort für die Mutprobe gefunden. Die Volksstimme-Redaktion wird auch sammeln.

Die Spendenaktion erreicht auf diese Weise immer mehr Leute. Sibylle Schulz ist inzwischen selbst nominiert, EMS-Sprecher Frank Sieweck reiht sich neben Monique Krause von Suppe Seele, SPD-Landtagsabgeordnete Petra Grimm-Benne und anderen in Liste der "nassen Spender" ein. "Das ist eine schöne Aktion, die über die sozialen Netzwerke potenziert wird", begründet Bert Knoblauch seine Teilnahme. "Alle, die mitmachen, weisen auf die wichtige Erforschung der Nervenkrankheit hin und unterstützen sie ideell und finanziell", so der Stadtchef.

Bert Knoblauch hat es geschafft, innerhalb der vorgegebenen Zeit seinen Eiseimer-Wettbewerb zu absolvieren. Egal was die Nachbarn denken. Er versichert mit einem Augenzwinkern: "An anderen Tagen bin ich um halb acht längst geduscht und beruflich unterwegs!"

Informationen zur ASL-Krankheit und zur Ice Bucket Challenge im Internet unter www.als-charite.de / Video von Oberbürgermeister Bert Knoblauch: www.facebook.com/christian.kolbe

   

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