Es sind nur wenige Zentimeter, die der Netzbetreiber Avacon seine Transformatorenstationen an vier Standorten im Stadtgebiet erhöht. Doch diese Erhöhung kann Anwohner und Einsatzkräfte beim nächsten Hochwasser vor einer Totalabschaltung des Stroms bewahren.

Barby l "Wir hoffen nicht, dass sich die Situation wiederholt", sagt Ulli Groß. "Aber wenn, dann wollen wir gerüstet sein." Der Projektverantwortliche bei Avacon hat gestern mit der bauausführenden Firma die vier Baustellen in Barby unter die Lupe genommen.

Anfang September sollen Arbeiten abgeschlossen sein

Im Wohngebiet Spittelbreite mit seinen neuen Einfamilienhäusern erinnert äußerlich kaum noch etwas an den vergangenen Sommer. Doch beim Jahrhunderthochwasser standen nicht nur viele Gebäude unter Wasser, sondern auch einige Trafostationen und Kabelverteilerschränke, die der Netzbetreiber vorsorglich abschaltete. Anwohnern und Einsatzkräften fehlte der Strom.

"Als Reaktion auf dieses Ereignis erhöhen wir die Fundamente von vier Transformatorstationen und setzen damit die Anlagen höher", erklärt Ulli Groß. Gemeint sind die Standorte in der Otto-Beckmann-Straße, der Calbenser Straße, der Lindenallee und der Spittelbreite. Dazu heben Mitarbeiter einer Schönebecker Firma die Trafostationen mit einem Kranausleger zur Seite.

An gleicher Stelle errichtet Avacon ein neues, gut 80 Zentimeter höheres Fundament und stellt die Trafostationen wieder darauf. Während der Bauarbeiten übernimmt ein kleineres Provisorium die Versorgung der Anwohner mit Strom. Auch die Kabelverteilerschränke in der Otto-Beckmann-Straße, Wilhelmstraße und der Lindenallee werden höher gesetzt.

Der Netzbetreiber hat im Juli mit den Baumaßnahmen begonnen. "Anfang September sollen sie abgeschlossen sein", kündigt Avacon-Sprecherin Corinna Hinkel an.

Das Hochwasser stellt zudem auch eine Gefahr für einige Hausanschlüsse dar. "In knapp 100 Kellern in Barby haben unsere Mitarbeiter das Hausanschlusskabel verlängert und den Hausanschlusskasten höher gesetzt", sagt Hinkel. Kunden, die eine Umverlegung wünschten, konnten sich nach dem Hochwasser beim Unternehmen melden und Termine vereinbaren. Einige wenige zu verlegende Hausanschlüsse stehen noch auf der Liste.

Nach Abschluss sei die Stromversorgung in ähnlichen Hochwassersituationen künftig sicherer gewährleistet. "Den Kunden entstanden durch das Höherlegen keine Kosten", erklärt Hinkel. Auch mit derartigen Maßnahmen werde aktiver Hochwasserschutz betrieben.

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