Kommunale Immobilien sind immer ein interessantes Thema und ein schwieriges dazu, wenn sie der Stadt nur Kosten verursachen. Die Zukunft der "Marie Gerda" und des Glinder Lichtmessmuseums scheint aber in privater Hand rosig zu sein, wenn alles gut läuft.

Barby l Etwa 150 Gebäude nennt die Einheitsgemeinde Barby ihr Eigentum. Darunter zahlreiche Wohnhäuser, mit insgesamt 156 Wohnungen. Doch nicht nur Wohnhäuser liegen in der Gemarkung der Gemeinde. "Wir haben auch zahlreiche Mischobjekte oder Mehrzweckobjekte", klärt Holger Goldschmidt, Bauamtsleiter der Gemeinde Barby auf.

Darunter sind auch Objekte wie das Museums- und Gastronomieschiff "Marie Gerda", oder das Lichtmessmuseum in Glinde. Objekte, die schon länger ein Minus anstelle eines Plus in die Bilanz der Stadt bringen. Doch mittlerweile scheint man sich auf einem gutem Weg zu befinden - zumindest was diese beiden Objekte betrifft.

"Marie Gerda"

"Wir haben einen sehr ernsthaften Interessenten für das Museumsschiff Marie-Gerda. Deshalb haben wir jetzt ein Gutachten beauftragt, dass den Verkehrswert ermitteln soll", kann Goldschmidt berichten. Ist ein Preis ermittelt, wird das Objekt öffentlich ausgeschrieben und man hofft, dass der Interessent dann das Angebot wahrnehmen wird. Als öffentlicher Besitzer des Objektes und dem dazugehörigen 8000 Quadratmeter großen Grundstück ist die Stadt Barby angehalten nicht unter dem Verkehrswert zu verkaufen. "Einzig, wir schreiben das Gebäude etwa dreimal aus und es findet sich kein Käufer, dann könnten wir mit der Kommunalaufsicht die Höhe des Preises neu überdenken", erklärt der Amtsleiter.

Lichtmessmuseum

Wie es im Fall "Marie Gerda" laufen wird, bleibt also abzuwarten. Das Gutachten und damit der Preis sollen, wenn alles planmäßig verläuft, im Oktober stehen. Allerdings müssen, da sich das Objekt im Biosphärenreservat Mittlere Elbe befindet, noch andere Ämter mit einbezogen werden.

Etwas weiter ist man schon in Glinde mit dem Gebäude, in dem das Lichtmessmuseum beheimatet ist. Zum Erhalt des Museums hat sich der Lichtmessverein in Glinde gegründet. Das Haus jedoch wurde in einer Schenkung der Gemeinde Glinde, jetzt also Barby, überschrieben. "Für uns bedeutet das Haus letztlich nur Kosten. Jedoch sehen wir eine moralische Verpflichtung das Museum zu erhalten", sagt Antje Ihlau, Mitarbeiterin des Bauamtes Barby. Das Gebäudemanagement errechnete, dass das Gebäude von 2014 bis 2020 der Stadt Barby 77 000 Euro kosten wird - ohne Sanierungskosten. Ein Haufen Geld, vor allem in Konsolidierungszeiten. Dass der Verein das Haus jetzt erwerben will, um das Museum zu erhalten, ist der optimale Weg, heißt es aus dem Rathaus.

Ein Preis wurde hier bereits errechnet. Der entspricht allerdings nicht dem Verkehrswert. "Die Kosten, auch die, welche für eine Sanierung auf die Stadt zukommen würden, wurden hier gegengerechnet", erklärt Antje Ihlau. Für wieviel das Museum jetzt in Vereinshand übergehen soll, wird allerdings nicht offiziell gesagt.

Fakt ist aber, dass der notarielle Vertrag für die Kaufabwicklung der Kommunalaufsicht wie auch dem Rechnungshof vorgelegt und von beiden Institutionen abgenickt wurde. Jetzt steht der Veräußerung also nichts mehr im Weg. "Wir wollen den Verkauf im September abgewickelt haben", so Antje Ihlau.

Darüber herrscht Freude in Glinde. "Wir haben uns gegründet, um dieses Museum zu erhalten und mit dem Erwerb des Hauses sind wir einen Schritt weiter. Vor 14 Tagen haben wir auch unsere offizielle Anerkennung als gemeinnütziger Verein bekommen, so geht es Schritt für Schritt weiter", sagt Astrid Meves, Mitglied im Lichtmessverein Glinde, erfreut.

Für zwei der Objekte scheint es also ein glückliches Ende zu nehmen. Bleiben noch rund 20, die keine Wohnhäuser im typischen Sinne sind. "Etwa alte Gemeindebürohäuser oder Mehrzweckhallen, ebenso wie alte Säle oder Gaststätten", erklärt Antje Ihlau. "Die aber durchaus Wohnpotenzial nach einem Umbau haben."

Etwa 20 weitere Objekte

Diese Objekte werden, wenn ein Gutachten vorliegt, ausgeschrieben. Zu finden sind die Immobilienangebote der Stadt Barby auf der stadteigenen Internetseite oder bei der Sparkasse. "Als erstes hängen wir sie aber meistens in den Schaukästen der Ortschaften aus", so Antje Ihlau, um vor allem Ortsansässigen den Vortritt zu lassen.

Der Verkauf von Immobilien beziehungsweise Grundstücken ist auch fest im Konsolidierungskonzept eingeplant. 23 Immobilien und Grundstücke sind dort bis 2021 aufgeführt. Doch planmäßig verlaufen solche Verkäufe selten. "Wir hätten eine große Nachfrage für Bauland im Ortsteil Barby/Elbe. Aber für alte Immobilien in den anderen Ortsteilen ist die Nachfrage eher verhalten", weiß Antje Ihlau.

Außerdem kommen Umstände hinzu, die niemand vorhersehen kann, wie das Hochwasser. "Der Holzhof 2 in Breitenhagen stand im Konsolidierungskonzept, jetzt allerdings ist er das Notquartier der Feuerwehr geworden", erklärt sie. In der Querstraße in Breitenhagen hat man auch einen Interessenten gefunden. "Zumindest für zwei Teile des Grundstückes", gibt das Bauamt Auskunft. Auch für das Künstlerhaus in Tornitz gibt es einen Interessenten. Ob aus den Interessenten allerdings auch Käufer werden, bleibt abzuwarten.

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