Feuer im Klinikum Schönebeck? Zum Glück hat sich die Alarmierung am Donnerstagabend schnell als ein Fehlalarm entpuppt. Die Feuerwehren Salzelmen, Frohse, Felgeleben, Tischlerstraße und Elbenau waren trotzdem im Einsatz.

Schönebeck l Höchste Alarmbereitschaft hat am Donnerstagabend im und vor dem Klinikum Schönebeck in der Köthener Straße geherrscht. Fünf freiwillige Feuerwehren waren samt ihres kompletten Fuhrparkes im Einsatz. Grund: Ein Brandmelder in der Bettenaufbereitung der gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses hat um 19.30 Uhr Alarm geschlagen.

"Daraufhin werden die Feuerwehren direkt alarmiert", erklärt Krankenhausdirektor Guido Lenz auf Volksstimme-Nachfrage. Denn die Brandmelder würden direkt an der Brandmeldezentrale hängen, erklärt er. Zwar haben die Krankenhausmitarbeiter schnell herausgefunden, dass es sich um einen Fehlalarm handelt, da waren die Blauröcke aber längst unterwegs.

Wehren mit Fuhrpark

"Da sich in einem Krankenhaus eine hohe Anzahl von Menschen aufhält, werden so viele Wehren direkt gerufen"; erklärt Ronald Mühlsiegel, Stadtwehrleiter und Mitglied der Elbenauer Wehr. Nicht nur die Anzahl, auch der Fakt, dass nicht alle Patienten selbständig die Klinik verlassen können, spiele in diesem Fall eine Rolle.

Als die Feuerwehrleute also am Einsatzort angekommen waren - die Elbenauer mit der längsten Anfahrt wurden unterwegs abgerufen - konnten sie ihren Adrenalinspiegel wieder sinken lassen. Ein paar Minuten länger wird das wohl für die Anwohner gedauert haben, die den Aufmarsch live miterlebten. Genauso für die Patienten. Einige hielten sich aufgeregt vor dem Klinikum auf. Auch diese konnten beruhigt werden. Um 20.10 Uhr schlägt der gleiche Brandmelder in der Gynäkologie erneut Alarm - wieder Fehlalarm. Dieses Mal konnten die Einsatzkräfte vor dem Ausrücken informiert werden.

So viel Aufruhr wegen eines Fehlalarmes? Aus Sicht von Ronald Mühlsiegel besser so, als anders. "Ich fahre lieber zu fünf Fehlalarmen als zu einem richtigen Einsatz im Krankenhaus oder Altenheim", sagt er.

Stellt sich im Nachgang die Frage, warum es überhaupt zu dem Fehlalarm gekommen ist. "Die Brandmelder sind sehr empfindlich", erklärt Guido Lenz. Manchmal genüge ein Insekt, dass in den Melder hineinfliege, um diesen auszulösen. Dass diese Anlagen trotzdem sehr wichtig sind, weiß der Klinikdirektor. Noch gut kann er sich an das letzte Feuer im Krankenhaus erinnern. "Im vergangen Februar hatten wir einen Brand im Sekretariat, zum Glück gab es von dort keine Verbindung zum Patiententeil der Klinik"; sagt er. Damals habe sich ein Kühlschrank selbst entzündet, das Zimmer habe gebrannt.

"Einen Fall, dass Patienten betroffen waren, hatten wir zum Glück noch gar nicht", sagt er. Vielmehr betont er: "Ich bin dankbar für jeden Tag ohne ein Feuer."

Sollte dieser Ernstfall doch einmal eintreten, "so kennen alle unsere Mitarbeiter den Evakuierungsplan", sagt der Klinikdirektor. Dazu gehöre, dass das Gebäude in mehrere Brandabschnitte aufgeteilt sei. Das erleichtere das sichere Evakuieren der Patienten.

Übrigens waren einige Feuerwehrleute nicht ganz umsonst zur Klinik gefahren. "Da wir hier in einem sicherheitsrelevanten Bereich arbeiten, dürfen wir die Brandmelder nicht selbständig zurücksetzen, das muss die Feuerwehr machen", sagt Guido Lenz. Der entsprechende Brandmelder wird nun auf seine Funktionalität untersucht und gegebenenfalls ausgetauscht.