Der Sommer geht herbstlich zu Ende. Das zeigt der Rückblick auf das Wetter im August.

Schönebeck/Staßfurt l Der Sommer zeigte sich bereits Ende August sehr herbstlich, kein Wunder, denn es beginnt bei Monatsende bereits meteorologisch gesehen der Herbst. Zum August berichtete Thoralf Winkler aus Elbenau: "Der August hatte am Anfang noch einige warme bis heiße Tage zu bieten, und dennoch war er nicht mehr der Sommermonat. Schuld daran waren die vielen Niederschläge und das kühle Wetter zum Ende des Monats. So hatte man schon das Gefühl, dass der Herbst beginnt. Ansonsten schien das Wetter dem Mais recht gut zu tun. Trotz der großen Regenmengen liegen die von Januar bis August gemessenen Niederschläge noch knapp unter dem Mittelwert der letzten Jahre. Das Jahr ist also noch nicht zu feucht, aber der Sommer."

Jutta Röseler, Landwirtsfrau in Glinde, beschrieb den August aus landwirtschaftlicher Sicht wie folgt: "Die anfängliche Niederschlagsmenge war für die Ernte kontraproduktiv und hat die Qualität des Getreides, das dann später geerntet werden musste, beeinträchtigt. Man unterscheidet ja nicht nur nach Futter und Backweizen, sondern diesen auch noch nach E-, A- und B-Weizen und die Qualität ist neben der Menge eine Frage des Preises. Aber Bauern sind mit einem Stein auf der Brust geboren, wir hatten - Gott sei Dank - Anfang August aufgrund des frühen Erntebeginns zirka 80 Prozent der Flächen abgeerntet. In anderen Regionen ist das nicht so."

Die Durchschnittstemperaturen lagen im August etwas tiefer als erwartet. Bei einem Normalwert von 17,3 Grad Celsius hatte Mark Schröder in Biere 17,1 (übereinstimmend in Calbe von 17,15) Grad Celsius mit einer Abweichung von 0,16 Kelvin gemessen. Die erhöhten Niederschlagswerte in Hakeborn, Staßfurt und Elbenau resultieren aus den hohen Starkregenfällen während eines Gewitters am 4. August, die bereits Monatshöhe erreichten. Der Normalwert liegt im August zwischen 50 und 60 Millimeter. So konnten in Hakeborn bereits 211 Prozent erreicht werden. Dort fehlen bei der bisherigen Jahressumme von 474,6 Millimetern nur noch 8 Liter zum Jahressoll. Die höchste Augustsumme von 169 Millimetern wurde dort im Jahr 1937 und die niedrigste von 7 Millimetern im Jahr 1947 gemessen. Auf dem Brocken war es seit Dezember der erste zu kalte Monat. Dort wurde am 27. August der erste Bodenfrost registriert. Obwohl es bereits seit zwei Wochen herbstlich war, werden wir nun doch noch einen Spätsommer bekommen, und hoffen auf einen goldenen Oktober.

Wettergeschichte:

Anfang der 1950er Jahre, als die naturwissenschaftlichen Fächer Einzug in unseren Schulunterricht nahmen, wuchs mein Interesse an ihnen. Damals fand ich eine Bauanleitung für einen Gewittermelder vom russischen Physiker und Erfinder Alexander Stepanowitsch Popow. Er verwendete dazu einen Kohärer, ein mit Eisenfeilspänen gefülltes Glasröhrchen, in das zwei Elektroden eingeführt waren. Über eine elektrische Klingel wurde ein Stromkreis geschlossen. Die Schaltung über die Eisenfeilspäne hatte einen hohen elektrischen Widerstand, erst wenn in der Nähe elektromagnetische Wellen auftraten, sank der Widerstand, sodass Strom zur Klingel fließen konnte. Ich hatte damals diese Schaltung mit einem Freund nachgebaut. Sehnsüchtig hielten wir nach einem Gewitter Ausschau. Endlich war es da und der Gewittermelder funktionierte. Mit den Jahren verblasste alles, und heute kommt es einem wie eine Spielerei vor. Inzwischen habe ich einen lebenden Gewittermelder. Meine Kinder haben einen Hund, der sich bereits, wenn wir noch gar nichts ahnen, eigentümlich benimmt. Er fängt an zu zittern und verkriecht sich hinterm Sofa.