Zu einem Antrittsbesuch wurde am Mittwoch Salzlandkreis-Landrat Markus Bauer in der Gemeinde Bördeland empfangen. Dort tauschte er sich mit Bürgermeister Bernd Nimmich und Gemeinderatsvorsitzenden Joachim Renning über aktuelle Probleme aus.

Bördeland l Manchmal reicht nur ein Stichwort. Landrat Markus Bauer (SPD), der vor wenigen Wochen noch Bürgermeister der Stadt Nienburg war, weiß aus dieser beruflichen Erfahrung noch sehr genau, wo den Städten und Gemeinden der Schuh drückt. Noch immer kann er sich in die Lage hineinversetzen, wenn ihm die Bürgermeister mancher Orte berichten, dass beispielsweise die Last der Kreisumlage sie an den Rand der finanziellen Handlungsfähigkeit drücken.

In seiner Antrittsrede im Kreistag sagte der Landrat damals deutlich: "Konkret wird von den Gemeinden gefordert, dass sich der Kreis nicht über die Kreisumlage konsolidiert. Nein, meine Zeit als Bürgermeister werde ich nicht vergessen", so der Sozialdemokrat vor der versammelten Mannschaft des Kreistages. Und er fügte damals hinzu: "Zu lösende Aufgaben werde ich nicht nur aus Sicht des Landratsamtes, sondern auch aus Sicht der Städte und Gemeinden betrachten und beurteilen."

Dieses Versprechen wird Bördelands Bürgermeister, der im Übrigen gleichzeitig Mitglied des Kreistags ist, mit offenen Ohren vernommen haben. Wenngleich die Gemeinde wegen der angespannten Finanzlage keine großen Sprünge machen kann, gehört Bördeland zu den acht Kommunen von 23 im Salzlandkreis, die einen genehmigten Haushalt 2014 haben - eine sehr gute Arbeit der Kämmerin und des Gemeinderates.

Kommunalfinanzen sind Schwerpunktthemen

"Die Problematik der Kommunalfinanzen sind der Schwerpunkt, wenn ich zu Gesprächen in die Kommunen komme", sagte Markus Bauer im anschließenden Pressegespräch mit der Volksstimme. Er stört sich nach wie vor an den Formulierungen von "freiwilligen Aufgaben" und "Pflichtaufgaben". Nach Ansicht von Markus Bauer ist auch die Herrichtung eines Spielplatzes eine Pflichtaufgabe einer Kommune.

Doch diese sprachlichen Feinheiten und finanziellen Regelungen müssen andere beurteilen und ändern. Sowohl Bauer als auch sein Parteikollege Bernd Nimmich lobten in diesem Zusammenhang das europäische Förderprogramm Stark III. Kindertagesstätten und Schulen modernisieren und sanieren, Energie und Kosten einsparen, die kommunalen Haushalte schonen - das zentrale Innovations- und Investitionsprogramm schafft ökologische und nachhaltige Effekte. Finanziert wird das Programm aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), des Europäischen Landwirtschaftsfonds für regionale Entwicklung (ELER) sowie aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt.

Weitere Ausweisung von Baugebieten

Geht es nach den Wünschen des Gemeinderates, könnte Bördeland in den nächsten Jahren davon profitieren, denn die Sanierung der Grundschule in Welsleben und der Kindertagesstätte in Eggersdorf wurden als Projekt beim Land angemeldet (Volksstimme berichtete).

Der Landrat machte in diesem Zusammenhang nochmals deutlich, dass die Gemeinde den Termin der Einreichungsfrist nicht versäumen darf. Bis zum 30. September müssen die finanziellen Bedarfe beim Land angemeldet sein.

Für die Gemeinde Bördeland ist die Sanierung der Grundschule Welsleben von größerer Bedeutung. Seit Jahren haben vor allem die Ortschaften Welsleben und Biere eine positive demografische Entwicklung. Baugebiete werden dort ausgewiesen, junge Familien kommen in die Dörfer. Aber auch die anderen Dörfer Bördelands profitieren davon. "Die Zahl der Kinder wird in den nächsten Jahren noch stabil bleiben", so Bernd Nimmich.

Dass nach der Ansiedlung eines Telekom-Unternehmens in Börderland eine weitere große Investition zu erwarten ist, glaubt der Bürgermeister indes nicht. "Wir sollten uns als Wohnstandort etablieren. Vor allen die Anbindungen nach Schönebeck und Magdeburg sind ideal", machte er im Gespräch mit dem Landrat deutlich. Junge Familien und zusätzliche Einwohner bringen ebenfalls Geld in die Region, auch davon kann eine Gemeinde wie Bördeland in der Zukunft leben. Bördeland werde potenziell Gewerbeflächen vorhalten, aber nicht den Schwerpunkt darauf setzen.

Dass es eben nicht immer das große Industriegebiet sein muss, zeigt das Beispiel vom nahegelegenen Schönebeck. Viele Jahre sagten sich im Gewerbegebiet West - zwischen der Elbestadt und Welsleben gelegten - Fuchs und Hase "Gute Nacht". Erst jetzt, nach vielen Verhandlungen der Schönebecker Wirtschaftsförderung, konnten fast ein Dutzend Firmen gewonnen werden.

Markus Bauer wird weiter auf Tour sein

Landrat Bauer lobte zudem die nicht vorhandene Neid-Debatte in Bördeland. Gemeinsam setze sich der Rat für gewisse Schwerpunkte ein. "Am Ende profitieren alle Einwohner aller sieben Ortsteile von den Maßnahmen", erklärte Bernd Nimmich. Welsleben und Großmühlingen sind die Schulzentren, Biere der Verwaltungssitz, in Eggersdorf gibt es eine moderne Sport- und Freizeithalle. Auch die anderen Dörfer bringen ihre Stärken in die Einheitsgemeinde ein.

In den nächsten Wochen und Monaten wird Landrat Markus Bauer alle weiteren Städte und Gemeinden des Salzlandkreises bereisen. Dafür nimmt er sich Zeit. In Zukunft wird er in den Regionen auch mit den Bürgern ins Gespräch kommen - auf Märkten oder bei Frühschoppen.