Das Ortsjubiläum "1050 Rosenburg" wird vorbereitet. Um es zu finanzieren, lässt sich die Dorfgemeinschaft pfiffige Dinge einfallen. Dazu zählt auch eine Altstoffsammlung.

Barby l Wenn am kommenden Sonntag der sanierte Burgturm der Öffentlichkeit übergeben wird, passt das gut in die Vorbereitungen zum Ortsjubiläum, das im kommenden Jahr mit einer Festwoche gefeiert wird. "Ältester Zeuge unserer wechselvollen Ortsgeschichte ist heute die Burgruine, einst eine der stärksten Wallbefestigungen im Elbe-Saale-Raum", sagt Ortsbürgermeister Michael Pietschker. Und weil man bei Ortsjubiläen gerne und zurecht die Historie bemüht, hat Pietschker auch in dieser Richtung seine Schulaufgaben gemacht: "Der Name könnte vom althochdeutschen `rese, ror- Rohr, Schilf- die vom Schilf umgebene Burg" bedeuten.

Groß Rosenburg war ehemaliger sächsischer Burgwartvorort und unter Otto I. (936-973) Königshof. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 965, als Otto I. den königlichen Hof "Rosburg" der Moritzkirche zu Magdeburg schenkte.

Das Ortsjubiläum soll gebührend gefeiert werden. Der Ortschaftsrat, Vereine, Institutionen und interessierte Bürger aus Groß und Klein Rosenburg saßen schon das zweite Mal zusammen, um zu planen. "Es gibt noch viel zu tun, aber einige Aktivitäten können heute schon verraten werden", so Pietschker. So soll Ende Oktober ein Jubiläumskalender für 2015 mit Bildern aus Klein und Groß Rosenburg erscheinen. Er wird in den ortsansässigen Geschäften zum Verkauf angeboten. Der Erlös soll das Ortsjubiläum mitfinanzieren. "Auch die Rosenburger Jugendfeuerwehr hat sich Gedanken gemacht, um unsere leere Ortskasse zu füllen, damit wir gebührend feiern können", freut sich der Ortschef. Deshalb wird am Sonnabend, 27. September, ab 8 Uhr an den Haustüren geklingelt. Gesammelt werden wie zu DDR-Zeiten Altpapier (auch Bücher aber keine Pappe), Altkleider, Schuhe und Schrott. Am besten ist es, wenn die Bürger ihre "Sero-Spende" (Sekundär-Rohstofferfassung) vor die Tür stellen oder zum Georgsplatz bringen, wo alles angenommen wird, was ein bisschen Geld für die 1050-Jahrfeier erbringt.

"Schließlich bietet die Kulisse der Burgruine das richtige Ambiente für ein 1050-jähriges Ortsjubiläum"

"Da ja bekanntlich die Stadtkasse leer ist, müssen wir natürlich auch Sponsoren finden", gibt Pietschker zu bedenken.

Das Ortsjubiläum wird vom 12. bis 21. Juni 2015 gefeiert. Josephine Lemke mit ihrem Team wird am 12. Juni die Festwoche mit "Du hast den Farbfilm vergessen oder Wie der Westen den Osten bunter machte" eröffnen. Die Besucher können dann einen kurzweiligen Abend mit den größten Kulthits der DDR erleben.

Am ersten Wochenende werden ebenfalls ein Feuerwehrfest und das Sommerfest der Kirchengemeinde stattfinden. Gespräche mit dem Mitteldeutschen Rundfunk wurden aufgenommen, um auf dem Georgsplatz wieder eine MDR-Party steigen zu lassen. Der Fischereiverein wird zum Volksangeln laden.

Aktivitäten des Jugendklubs, des Sportvereins und der Kindertagesstätte sind ebenfalls in Planung. Die Kirche wird vom 15. bis 17. Juni zum Kirchenkino. Ebenda steht auch ein Ohrenschmaus auf dem Programm: Ralf Benschu, Saxophonist der Band Keimzeit, und Jens Goldhardt, ein Virtuose an der Kirchenorgel, wollen bei Kerzenschein gemeinsam musizieren.

Natürlich gibt es auch einen Vortrag zur Ortsgeschichte und eine Ausstellung im Burgmuseum. Ein Schaustellerbetrieb mit verschiedenen Fahrgeschäften für Groß und Klein und ein großer Parkplatz werden auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereins eingerichtet. "Denn das zweite Festwochenende findet hauptsächlich in Klein Rosenburg statt", kündigt Michael Pietschker an, der gleichzeitig die Organisationsfäden in den Händen hält. "Schließlich bietet die Kulisse der Burgruine das richtige Ambiente für ein 1050-jähriges Ortsjubiläum", unterstreicht er.

Mittelaltermarkt, Handwerker-, Floh- und Trödelmarkt, musikalische Aktivitäten von Frühschoppen bis Tanzabende sind in Planung. "Radio-Nation" aus Leipzig, die "Wickendorfer Musikanten" und verschiedene andere Darbietungen seien bereits unter Vertrag.

Ein Feuerwerk wird dem Jubiläum den krönenden Abschluss geben. Höhepunkt dürfte zweifelsohne der große Festumzug werden. Er soll die Ortsgeschichte von 965 bis 2015 widerspiegeln. "Alle interessierten Bürger oder Gruppen, die sich daran beteiligen möchten, sind herzlich willkommen und können sich bei mir melden", sagt Michael Pietschker. Es sei noch nicht alles bis ins Detail geplant, aber auf gutem Wege. Telefon (0177) 5250762