Eine ganz besondere Ausstellung hat die Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Schönebecker Gymnasiums vorbereitet. Ab Montag findet eine Erinnerungswoche zum Ersten Weltkrieg statt.

Schönebeck l Was die Kinder und Jugendlichen des Schönebecker Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums vorbereitet haben, kann sich sehen lassen. Sie haben alte Fotos, Dokumente, Orden, Postkarten, Zeitungs- und Alltagsartikel, Uniformteile und vieles mehr gesammelt und aufgearbeitet. Damit und mit einem viertägigen Programm wollen sie an den Ersten Weltkrieg erinnern, der in diesen Tagen vor 100 Jahren seinen schrecklichen Anfang nahm.

"Die Erinnerungswoche zum Ersten Weltkrieg der Schülerarbeitsgemeinschaft Geschichte findet vom 15. bis zum 18. September im Haus in der Berliner Straße statt", schreibt die Arbeitsgemeinschaft (AG) in einer Pressemitteilung. Zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg gibt es eine Ausstellung verschiedener Exponate, die von Dienstag bis Donnerstag täglich ab 16 Uhr geöffnet ist. Ab 18 Uhr finden die jeweiligen Themenabende statt.

Wie die Arbeitsgemeinschaft weiter informiert, findet die Ausstellung am kommenden Montag, 15. September, in der Aula statt. Einen Tag später am Dienstag lädt das Gymnasium mit der Geschichts-AG zu einer Podiumsdiskussion ein. Das Thema: Der Untergang des Motorschiffes "Emden" als Gegenstand familien- und sozial- beziehungsweise militärgeschichtlicher Forschung. Als Gäste konnte das Gymnasium Prof. Mathias Tullner von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Reinhold Sangen-Emden, ein Nachkomme eines "Emden"-Fahrers, gewinnen. Die Moderation übernimmt Stephan Schulz vom MDR.

Die "Emden" war ein Kleiner Kreuzer der deutschen Kaiserlichen Marine. Sie war nach der gleichnamigen Stadt Emden benannt und das zweite Schiff der Dresden-Klasse. Ihr Einsatzgebiet lag überwiegend im Fernen Osten. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Emden zum selbständigen Handelskrieg in den Indischen Ozean entsandt. Dort versenkte sie innerhalb von zwei Monaten 23 feindliche Handelsschiffe und zwei Kriegsschiffe.

Am 9. November 1914 unterlag das Schiff in einem Gefecht mit dem australischen Kreuzer Sydney nahe den Südkeeling-Inseln. Die Emden war der erfolgreichste deutsche Kreuzer in überseeischen Gewässern und gehört zu den bekanntesten Kriegsschiffen der Kaiserlichen Marine.

Am Mittwoch, 17. September, hat die Geschichtsarbeitsgemeinschaft der Schule ein musikalisch-literarisches Programm vorbereitet. Es sollen Texte aus dem Ersten Weltkrieg gelesen und zeitgenössische Musik gespielt werden.

Den Abschluss der Erinnerungswoche bildet eine Filmvorführung mit einer anschließenden Analyse und Gesprächsrunde. Gezeigt wird der Streifen "Merry Christmas" - ein Antikriegsfilm über Verbrüderungen im Ersten Weltkrieg zu Weihnachten 1914. Kurz zur Handlung: In eisiger Kälte liegen sich auf engstem Raum französische, schottische und deutsche Kampfverbände gegenüber. Am Weihnachtsabend ertönt in beiden Lagern Weihnachtsmusik. Ein Berliner Operntenor, der in der Armee des deutschen Kronprinzen dient, beschließt, für seine Kameraden zu singen. Zur Verwunderung der gegnerischen Einheiten besteigt er hierzu den Rand des Schützengrabens und schreitet singend ins Niemandsland. Daraufhin kommt es zu Beifallsbekundungen aller Parteien und Verbrüderungsszenen. Die drei Kommandeure beider Seiten beschließen, für eine kurze Zeit die Kampfhandlungen einzustellen, um das Weihnachtsfest zu feiern. Im Anschluss werden alle drei beteiligten Bataillone von ihren Vorgesetzten für ihr eigenmächtiges Handeln bestraft.

Zu diesen vier Themenabenden, die um 18 Uhr beginnen, sind interessiere Gäste willkommen.

In der Zeit vom 16. bis 22. Oktober ist die Ausstellung zudem in den Räumen der Stadtwerke Schönebeck zu sehen.