Schubkarre, Maurerkübel, Kabeltrommel: In der Kirche Kleinmühlingen wird derzeit kräftig gewerkelt. Das Gotteshaus St. Salvator bekommt neue Fenster.

Kleinmühlingen l Sie seien altersmüde gewesen, die acht schlichten weißen Fenster in St. Salvator. Schon als er die Pfarrstelle in Kleinmühlingen vor Jahren angetreten hatte, haben sie schlimm ausgesehen, erinnert sich Thomas Lütgert. Hundert Jahre hätten sie bestimmt schon auf dem Buckel gehabt - wenn nicht noch viel mehr.

Nun werden sie erneuert, Stück für Stück. Die letzten Fenster sollen im Oktober/November eingebaut werden. Die noch ausstehenden werden komplett neu hergestellt, sie seien total kaputt gewesen, so der Pfarrer.

Anders die, die nun bereits wieder Tageslicht in die Kirche lassen. Diese sind nur aufgearbeitet worden.

"Ende des Jahres werden wir wahrscheinlich mit allen Arbeiten fertig sein", ist Lütgert zuversichtlich. Mit allen Arbeiten - dazu gehört neben dem Einbau der neuen Fenster auch der Ausbau der Winterkirche. Der dafür vorgesehene Raum wird derzeit saniert.

"Das Rondell ist weg", sagt der Pfarrer und erklärt auch, warum. "Da ist die Wand immer feucht gewesen. Beim Sanieren haben wir dann gemerkt, dass sich dahinter eine Wand befunden hat, die total marode war."

Entsprechende Maßnahmen folgten, um das Mauerwerk trocken zu legen. Was die Arbeiten noch zum Vorschein gebracht haben, ist ein kleiner Wandschrank. Der wird als solcher zum Lagern beibehalten werden. Sind die Arbeiten abgeschlossen, wird die Winterkirche beheizbar sein, mit neuen Fenstern, neuer Decke, teils neuem Dachstuhl und neuer Elektrik. Sozusagen ein Rundumpaket.

"Für mich war immer klar: Diese Kirche muss gemacht werden."

Dass in St. Salvator sich etwas tut, darauf ist Pfarrer Thomas Lütgert stolz. Stück für Stück wird über die Jahre saniert. "Ich habe laufend Anträge auf Fördermittel gestellt. Diese sind auch laufend wieder rausgefallen. Aber ich habe nicht aufgegeben. Für mich war immer klar: Diese Kirche muss gemacht werden", betont er.

Denn das Kleinmühlinger Gotteshaus sei ein ganz besonderes. Es habe einst zwei Emporen gehabt. Und in der Decke zwei Gaupen. Doch eine Empore und die Deckenfenster wurden entfernt. Um mehr Licht reinzubekommen, so das damalige Argument. "Und es gab hier einen ganz herrlichen Holzaltar, der ist weg und keiner weiß wohin", erzählt er. Nur eine Figur konnte gerettet werden ...

Was die Kirche übrigens auch hat: Küche und sanitäre Anlagen. "In der heutigen Zeit ist es wichtig, dass die Kirche nicht nur für Gottesdienste genutzt wird, sondern auch für Konzerte und Feste, die dann eben länger dauern als nur eine halbe Stunde", erklärt Pfarrer Lütgert den Beweggrund. Ein Raum habe sich dafür angeboten.

Die Kosten dafür hat der Kirchbauverein selbst getragen. Federführend sei dabei Günter Kühne gewesen, sagt er. "Der Verein hat das Anliegen sehr gut gelöst", lobt er das Team um die Vorsitzende Helga Sebon.