Vor gut einem Jahr stand die Anlage des "Kleintierzuchtverein 1920 Barby" im Gribehner Weg 70 Zentimeter unter Wasser. Jetzt fand wieder eine Sommerschau dort statt.

Barby l "Den muss ich dir mal zeigen", wuselt Karolin beigeistert durch die Käfigreihen. Wenig später hat sie ein Kaninchen in den Händen, das so richtig kuschelig ist. Die Sechsjährige hat einen Albino-Widder auf den Arm genommen, der ja "sooo lieb ist". An Bildern wie diesem kommt selbst der Pressefotograf nicht vorbei. Auch wenn Karolin (noch) kein Mitglied des Vereins ist, dafür aber ihr Opa, der Gänse ausstellt.

Die Züchter um Vereinsvorsitzenden Richard Weingarte sehen solche Szenen mit Freude. Wird doch meistens im "zarten Alter" die Liebe zum Tier dauerhaft geweckt.

Gegenwärtig hat der Kleintierzuchtverein 26 Mitglieder, davon ist ein Jugendlicher.

Der Zuchtverein wurde 1920 gegründet. Seit 1997, als sich infolge sinkender Mitgliederzahlen Geflügel- und Kaninchenfreunde zusammenschlossen, beschreitet man gemeinsame Wege. Zur "Fraktion Kaninchen" zählt Volkart Jutrowska. Der 70-Jährige ist Spezialist für die Rasse "Holländer". Deren Schönheitsideal ist ein "walzenförmiger" Körperbau und die deutlich voneinander getrennte Fellzeichnung. Diese Rasse ist bereits seit mehreren Jahrhunderten bekannt. Darstellungen solcher Kaninchen finden sich auf historischen Gemälden; zu den ältesten sind das Bild "Frettchen und Kaninchen" von Hänßlein von Hagenau (1401) und "Anbetung des heiligen Kindes" von Turro (1450) zu zählen. Volkhart Jutrowska hat mit ihnen - inspiriert durch seinen Schwiegervater - seit 1963 zu tun.

Auffällig bei der Schau waren die vielen Gänse, die normalerweise heutzutage selten geworden sind. Die Preisrichter hatten 40 Gänse und 8 Enten zu bewerten. Der Grund ist nicht etwa eine Renaissance der großen Wasservögel: Weil für die Kreisschau im November in Großmühlingen die Bedingungen für Enten und Gänse nicht optimal sind, wurde dieses Schausegment nach Barby vorgezogen.

Nico Ritz, mit 16 Jahren jüngstes Vereinsmitglied, züchtet wie Bernd Dröse (65) aus Werkleitz Kampfhühner. Die konnte er allerdings nicht ausstellen, weil sie den "Hühnerschnupfen" haben.

Warum Kampfhühner? Wie Bernd Dröse berichtet, fand er sie eines Tages nach anfänglicher Taubenzucht toll. Er züchtet die Rasse Ko-Shamo. "Freilich, die sind nicht jedermanns Sache", räumt der Werkleitzer ein. Die kleinen, gerade stehenden Hühnchen sehen ein wenig so aus, als würde ihnen die Futterraufe zu hoch hängen.

Dröse kommt ins Schwärmen, wenn er deren Schönheitsideale nennt:Ein Drittel des Körpers soll Kopf und Hals, ein weiteres Drittel Rumpf und der Rest Schenkel und Läufe sein. Das Huhn wirke edler, je länger der Hals sei. Durch das perlfarbene Auge, die Augenbraue und den Walnusskamm hätte der Kopf des Ko-Shamo eine ganz besondere Ausstrahlung ... Und kämpfen die wirklich? "Nur wenn zwei Hähne oder Hennen aus unterschiedlichen Ställen aufeinander treffen. Wobei die Weiber dann schlimmer seien, als die Kerle. Keine weiteren Fragen ...

 

Bilder