Der 40. Pretziener Musiksommer ist vorbei. Die letzte Kirchenmusik 2014 spielte am Sonnabend traditionell die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie. Die Musiker begeisterten das Publikum in der vollbesetzten St.-Thomas-Kirche mit dem Programm "Frisch gestrichen".

Pretzien l Der Jubiläums-Musiksommer ist Geschichte. Am Sonnabend wurde die letzte Kirchenmusik für das Jahr 2014 in der St.-Thomas-Kirche gespielt. Jedoch nicht, ohne den Musikliebhabern und Fans dieser besonderen Konzertreihe ein außerordentliches Finale zu bieten. Denn traditionell sorgten die Musiker der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie für den Abschluss des Musiksommers in Pretzien.

"Ich bin zum zweiten Mal bei Ihnen", sagt Gerard Oskamp, Chefdirigent der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie, zu Beginn an das Publikum gerichtet. Beim ersten Mal im vergangenen Jahr kamen der Orchesterchef und seine Musiker mit dem Programm "Virtuos vergeigt". "Heute sind wir auch virtuos, aber nicht vergeigt", sagt Oskamp über das aktuelle Programm. Unter dem Motto "Frisch gestrichen" spielen die Streicher Divertimento in D-Dur, Kv. 136 von Wolfgang Amadeus Mozart, Cellokonzert in G-Dur von Luigi Boccherini und Souvenir de Florence von Peter Tschaikowski.

Vor allem beim Cellokonzert wird eine Musikerin besonders hervorgehoben. Denn Elena Tkachenko ist die neue erste Solo-Cellistin der Kammerphilharmonie. "Ich bin sehr glücklich über diesen Neuzugang", sagt Oskamp. Und er verspricht nicht zu viel. Das Publikum ist begeistert vom Stück sowie von der Cellistin.

Ein Stück weit mehr Eindruck hinterlassen hat dann aber wohl das letzte Stück. Auch wenn die Zuhörer sich anfangs wundern, dass Oskamp bereits nach der Hälfte der Zeit davon spricht, so klärt er sein Publikum schnell auf. "Wir kommen wirklich zum Schluss, denn es ist ein langes Stück." Rund 30 Minuten umfasst Souvenir de Florence von Peter Tschaikowski.

"Eigentlich ist dieses Stück für ein Sextett geschrieben", erklärt der Chefdirigent. Aber es sei schon oft in der Besetzung gespielt worden, wie es die Kammerphilharmonie am Sonnabend vornimmt.

Dass Florence de Souvenir ein schweres Stück ist, wie es Oskamp ankündigt, kann der Laie nur vermuten. In jedem Fall ist es ein kammermusikalisches Werk, das beeindruckt. Die Sextettbearbeitung strahlt eine gewisse Heiterkeit und Lebendigkeit aus. Dabei verfliegen die 30 Minuten tatsächlich.

Zum Schluss übergibt Rüdiger Meussling, Pfarrer im Ruhestand, die Organisation des Musiksommers komplett in die Hände des seit Dezember tätigen Pfarrers Michael Seils. "Wir freuen uns auf den Musiksommer 2015, er wird anders, aber sicher spannend", sagt er.