Wer dienstagabends nach dem Abendbrot noch eine kleine Runde in Biere drehen möchte, wird stets Licht in der Kirche St. Andreas sehen. Jede Woche treffen sich dort die Mitglieder des Kirchbauvereins. Dann wird in geselliger Runde erzählt, aber vor allem auch gearbeitet - und das nun schon seit zehn Jahren.

Biere l Alles fing ganz klein an. Kurz nach der Jahrtausendwende nahmen sich einige Privatleute der Fenster der Kirche an. Sie mussten dringend erneuert werden. Gesagt, getan, die Glasscheiben wurden in Eigeninitiative ausgetauscht.

Damit war aber noch lange nicht die Kirche wieder auf Vordermann gebracht. Aus diesem Grund machten sich die Bierer auf und gründeten den Kirchbauverein St. Andreas.

Seit nunmehr zehn Jahren arbeiten Protestanten, Katholiken und Nicht-Christen am Erhalt des Gotteshauses. "Wir leben Ökumene vor", sagt Vereinsvorsitzender Peter Koelsch stolz.

Zusammen haben sie so auch die Apsis, also den halbrunden Raum hinter dem Altar, in mühevoller Kleinarbeit hergerichtet. Erst musste die alte Farbe abgetragen, dann ein spezielles Papier aufgeklebt und danach mit neuer Farbe gestrichen werden.

Nachfolgende Generationen haben so die Möglichkeit später das Papier leichter abzuziehen, um die dahinter verborgenen Evangelistensymbole sichtbar zu machen. "Sie haben uns nicht so gefallen", lacht Vereinsmitglied Joachim Hoffmann. Daher habe man sich für einen weißen Anstrich und Verzierungen im oberen Bereich entschieden. Damit ist auch die Innensanierung größtenteils abgeschlossen.

Neben der Restaurierung der Kirche kümmern sich die Mitglieder auch um die allgemeine Pflege des Baus. Auch der Kirchturm mit seiner über 100 Jahre alten Glocke gehört dazu. "Sie ist die größte der Region und konnte in den Weltkriegen nicht eingeschmolzen werden, da sie schlicht zu groß ist", merkt Hoffmann doch etwas stolz an.

Da sie so groß ist, schwankte über Jahre auch der Kirchturm mit, wenn sie läutete. Grund war der Glockenstuhl aus Stahl. Diesen kleinen Fehler der Bauherren machten die Bierer 2003 wett, als sie den Stahl gegen Eichenholz tauschten. Nun gibt es zwischen Glockenstuhl und den Mauern des Turms ausreichend Luft.

Das nächste große und vorerst letzte Projekt des Vereins ist die Restaurierung der Orgel. "Sie liegt uns sehr am Herzen", erklärt Peter Koelsch und zeigt auf das marode Innenleben des Instruments. Damit die Kosten für die Arbeiten nicht ins Unermessliche steigen, werden sie auch dieses Mal wieder vorarbeiten.

Die Demontage könne man mit "etwas handwerklichem Geschick" problemlos selbst übernehmen, ergänzt Hoffmann. Die eigentliche Restaurierung jedoch muss von einer Spezialfirma übernommen werden.

Die Kosten dafür belaufen sich auf mindestens 30000 Euro. Ein großes Vorhaben, das auch durch Spenden finanziert werden soll. Dazu wird es am 1. November ein Konzert in der Kirche geben, sagt Vereinsvorsitzender Koelsch.

Vorher soll aber erst einmal ordentlich das Jubiläum gefeiert werden. Dazu wollen Kirchbauverein und die Kirchengemeinde am Sonnabendnachmittag, dem 20. September, ab 15.30 Uhr zum geselligen Beisammensein einladen. Zu dem Anlass wird es auch ein Konzert des Kirchenchores aus Biere geben. Die Vorbereitungen dazu erfolgen "wie immer gemeinsam", lächelt Hoffmann: "Wir sorgen für die Technik und die älteren Damen kümmern sich um den Kuchen."

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