Schönebeck l Die mögliche Ausbreitung der Pflanzenkrankheit Feuerbrand bereitet dem Schönebecker Stadrat Reinhard Banse (FDP/Rettet die Altstadt) Sorgen. Während der jüngsten Sitzung des Stadtrates verwies er auf einen Artikel in der Staßfurter Volksstimme vom 22. Juli 2013. Im Text ist über den Einsatz von fünf Ortsfeuerwehren in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper (Güsten) berichtet worden. Die Kameraden rodeten und verbrannten Bäume, die vom Feuerbrand betroffen waren. Nach Banses Worten rege sich in der Bevölkerung Unmut. Der Feuerbrand könne sich nur ausbreiten, weil im Salzlandkreis ein Brennverbot für Gartenabfälle bestehe, heiße es von Gartenfreunden. Diese Krankheitserreger könnten allein durch Kompostieren nicht abgetötet werden. Von der Stadtverwaltung wollte Reiner Banse wissen:

"Gibt es Hinweise, dass auch in und um Schönebeck der Feuerbrand aufgetreten ist?" Und zweite Frage: "Hat die Verwaltung schon Überlegungen angestellt, um deshalb das Brennverbot für Gartenabfälle eventuell zu lockern?"

Eine "weitere spannende Frage" betreffe das in letzter Zeit vermehrte Auftreten des asiatischen Laubholzbockkäfers. "Gibt es diesbezüglich bereits Erkenntnisse, die der Bekämpfung dienen", fragte Banse.

Für die Verwaltung antwortete Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU). Das Abbrennen von Gartenabfällen, beziehungsweise die Erlaubnis dafür, sei ein Thema für den Kreistag, weil dieses Gremium darüber entscheide. "Wir haben als Stadt keine Kompetenzen", unterstrich Knoblauch. Es würden sich nach seinem Eindruck aber Stimmen auf Kreis-ebene mehren, die diese Kompetenz wieder den Städten und Gemeinden zukommen lassen wollen. Er selbst sehe bei einem Verbrennen von Gartenabfällen in Schönebeck die Gefahr, dass der Kurstatus für Bad Salzelmen verloren gehen könnte. "Aber letztlich müsste das der Stadtrat entscheiden", sagte der Gemeindechef. Derzeit dürften in Kleingärten nicht einmal Feuerschalen genutzt werden.

Die Pflanzenkrankheit Feuerbrand ist nach dem Kenntnisstand von Knoblauch in Schönebeck noch nicht aufgetreten, wie er sagte. Ebenso verhalte es sich mit dem Befall des asiatischen Laubholzbockkäfers.

Stadträtin Sabine Dirlich (Die Linke) machte darauf aufmerksam, dass ein Verbrennen von kranken Gehölzen möglich ist. "Es muss nur beantragt werden." Das sei in der Abfallsatzung festgeschrieben.

Zur Erklärung: Feuerbrand ist eine durch ein Bakterium verursachte Krankheit, die vor allem Kernobstgewächse befällt und sich seuchenartig ausbreiten kann. Für die Gesundheit des Menschen besteht keine Gefahr. Der asiatische Laubholzbockkäfer ist ein durch Bonsai-Handel eingeschleppter Holzschädling.