Barby l "Die heutige Regenmenge übertrifft die der zukünftigen Alkoholherstellung eines Jahres", witzelte Cargill-Werkleiter Klaus Rinne. Während der Grundsteinlegung hatten sich die Himmelsschleusen derart geöffnet, als wollte Petrus gegen die Herstellung von Alkohol protestieren.

Nicht nur für den Genuss

Wenn auch im Grundstein neben der "Volksstimme", Bauplänen und Münzen eine 35-prozentige Flasche "Jenever" versenkt wurde, wird Barbyer Alkohol nicht nur für den Genuss hergestellt. "In Barby haben wir Zugang zu den besten Rohstoffen; regional gewachsenem Weizen aus der Magdeburger Börde. Über diese bedeutende Investition können wir unseren Kunden für pharmazeutische Anwendungen jetzt auch verstärkt Produkte aus Deutschland liefern", sagt Alain Dufait, Verkaufsleiter für das Europäische Stärkegeschäft von Cargill.

Sachsen-Anhalts Staatssekretärin aus dem Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft, Tamara Zieschang: "Das Engagement von Cargill in Sachsen-Anhalt, seit 1991 am Standort Barby, ist sehr beeindruckend. Die neue Investition ist ein starkes Bekenntnis zum Standort. Die gesamte Region profitiert davon."

Die neue Anlage erzeugt ab Herbst 2015 mittels moderner und innovativer Technik hochwertigen Alkohol auf Basis von Weizen, der vornehmlich aus der ländlichen Region stammt. Die moderne Anlage verfügt über einen voll integrierten Fermentationsprozess und wird direkt neben der bestehenden Cargill-Weizenstärkefabrik in Barby gebaut. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 60 Millionen Euro.

Christoph von Reden, Geschäftsführer der Cargill-Deutschland GmbH: "Die hiesigen Landwirte werden davon profitieren. Sieben Prozent der in Sachsen-Anhalt angebauten Weizenmengen werden bei und am Standort Barby vermahlen."

Cargill bietet bereits seit mehreren Jahren qualitativ hochwertigen Alkohol an, der in vielfältigen industriellen Bereichen, wie Spirituosen, Nahrungsmittel, Pharmazeutik, Chemie und Kosmetik, seine Anwendung findet. In der Spirituosenindustrie wird dieser Alkohol als hochwertiger Inhaltsstoff eingesetzt. Im Nicht-Spirituosen-Bereich hat der Alkohol breitgefächerte Einsatzmöglichkeiten - von Aromen und Parfums bis hin zu Mundwasser, Desinfektionsmitteln und Druckfarben.

1000 Gründungspfähle

Heute feiert das Unternehmen betriebsintern sein 20-jähriges Bestehen am Standort Barby.

Bereits im Sommer machte die neue Großbaustelle akustisch auf sich aufmerksam. Um tragfähige Fundamente zu bekommen wurden wochenlang rund tausend (!) Betonpfähle zehn Meter tief in den Boden gerammt. Carsten Koester, Technischer Leiter des Projektes: "Vor Jahrhunderten gründete man Bauwerke auf Eichenpfählen und wir machen das heute mit Beton."

Im sandigen Elbevorland hatte man zuvor die Baugrundeigenschaften untersucht. Das neue Alkoholwerk ruht im wesentlich auf drei Betonplatten, von denen die Größte rund 3000 Quadratmeter groß ist.