Die Newcastle-Krankheit, auch atypische Geflügelpest genannt, kann zur echten Gefahr für Hühner und Co. werden. Für Züchter und andere Halter werden jetzt an vielen Orten Impfungen angeboten.

Welsleben l Ein kleiner Schluck für das Tier, große Wirkung für die Geflügelfreunde. Denn sie gehen mit den Impfungen sicher, dass ihre Hühner gesund bleiben. "Für Züchter ist die Impfung ohnehin ein Muss", sagt Georg Skorsetz vom Vorstand des Rassegeflügelzuchtvereins Biere-Welsleben. Gesetzlich vorgeschriebene Pflicht. "Ohne den Nachweis dürfen die Tiere auf keiner Ausstellung gezeigt werden", sagt der Züchter. "Nicht auszudenken ist, wenn ein krankes Tier andere ansteckt und damit ganze Zuchtbestände in Gefahr bringt", nennt Georg Skorsetz den nachvollziehbaren Grund.

Aus diesem Grund bieten sein Verein, wie auch andere Gruppen von Zuchtfreunden, in Zusammenarbeit mit Tierarzt Dietrich Horrmann regelmäßige Impfungen an. Am heutigen Sonnabend ab 7.30 in der Salzer Straße 2 bei Familie Richter in Biere. Georg Skorsetz empfiehlt aber nicht nur den Züchtern, die Hühner impfen zu lassen. "Auch wenn ich mir nur ein paar Tiere halte um Eier zu haben, ist die Gewissheit gut, dass sie gesund sind", meint er.

Tierarzt Dietrich Horrmann kann dem nur beipflichten. Mit den Impfungen will er die breite Öffentlichkeit erreichen. Denn mit der Newcastle-Erkrankung, der atypischen Geflügelpest, sei nicht zu spaßen. "Sie ist eine hochansteckende Viruserkrankung von Hühnern und Puten." Sind die Tiere infiziert, würden sie unspezifische Veränderungen in Verhalten und Erscheinungsbild aufweisen: Die Legeleistung geht zurück, die Eier sind dünnschalig oder gar schalenlos. Die Tiere hätten Fieber. Apathie und Appetitlosigkeit, wässriger, blutiger Durchfall, Atemnot Schleim an Schnäbeln und Augen, Durchblutungsstörungen mit dunkler Kamm-Verfärbung, hohe Sterblichkeit innerhalb von fünf Tagen sind weitere Symptome. Schnell ist eine ganze zusammenlebende Hühnergruppe erfasst. Die Übertragung der Pestviren erfolgt hauptsächlich durch den Kot und durch Nasen- und Rachenschleim. "Die Viren befallen Lunge, Darm und Zentralnervensystem", sagt Dietrich Horrmann. Für den Menschen besteht grundsätzlich keine Gefahr, aber bei engem Kontakt könnten Entzündung der Bindehaut des Auges auftreten.

Tierarzt Dietrich Horrmann macht auch in diesem Jahr eine Tour durch die Ortschaften, um das vorgeschriebene Flüssigpräparat zu verteilen. Die Hühner bekommen den Impfstoff mit der Tränke. "Es ist ratsam, dass sie vor Verabreichung des Medikaments nicht trinken und bei Regen im Stall gelassen werden", rät Dietrich Horrmann. Die Besitzer bittet er, kleine Behälter zu seinen mobilen Sprechstunden mitzubringen, etwa Einweckgläser, um die durstigen Tiere zu tränken. Eine Impfbescheinigung als Nachweis wird vor Ort ausgestellt.