Schönebeck l Über mehrere Anfragen im städtischen Bauausschuss soll an dieser Stelle noch berichtet werden. Während der jüngsten Sitzung des Gremiums im Rathaus wollte Stadtrat Christian Jung (FDP/Rettet die Altstadt) von der Verwaltung wissen, ob eine Gestaltungssatzung für die Altstadt als Leitfaden für Neubebauungen vorliege. "Wenn sich am Markt ein Architekt selbst verewigen will, wird das zugelassen. Aber wo ist die Satzung, die zum Beispiel vorschreibt, welche Ziegelsorten genutzt werden dürfen, wie hoch die Geschossigkeit sein darf oder die Firsthöhe", fragte Jung. Baudezernent Guido Schmidt entgegnete: "Es gibt noch keine Gestaltungssatzung. Aber es gibt Vorgaben."

Apropos: Die künftige Gestaltung des Schönebecker Marktbereiches war Thema während der Stadtratssitzung am 16. September, allerdings im nichtöffentlichen Teil. Nach Volksstimme-Informationen ist hier das Etablieren eines sogenannten Shared Space angedacht. Dahinter verbirgt sich die Planungsphilosophie für einen gemeinsam genutzten Raum. Verkehrszeichen, Signalanlagen oder Fahrbahnmarkierungen sollen gänzlich wegfallen, alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt, es gilt allenfalls rechts vor links, Autofahrer müssen Schrittgeschwindigkeit einhalten. Eine Idee, die weltweit Anwendung findet, vielleicht bald auch in Schönebeck.

Wie im Bauausschuss weiter zu erfahren war, biete der ehemalige Stadtbaurat der Partnerstadt Garbsen, Michael Stojan, seine Mitarbeit bei der Schönebecker Stadtplanung an. Das sagte Stadtrat Christian Jung. "Er kann sich vorstellen, bei uns hilfreich zu wirken", führte er weiter aus. Guido Schmidt reagierte offen: "Einen Erfahrungsaustausch nehmen wir gerne an", sagte er.

Was aus der ehemaligen Turnhalle der vor knapp zehn Jahren abgerissenen Bruno-H.-Bürgel-Schule in der Tolberg-Straße werden soll, wollte Stadtrat Udo Simon (Fraktion Die Linke) wissen. Darauf Baudezernent Schmidt: "Die Halle muss abgetragen werden." Danach soll eine Flächennutzung neu erfolgen. Eine im Gespräch befindliche Umnutzung der Halle für einen hiesigen Reitverein sei zwar naheliegend, aber nicht realisierbar, sowohl aus Auflagen- als auch aus Kostengründen, sagte Schmidt.

Stadtrat Thoralf Winkler (Grüne) schlug vor, auf der Straße zwischen Grünewalde und Elbenau eine Begrenzung von 60 Kilometern pro Stunde auszuschildern. Das bedeute für Kraftfahrer auf der kurzen Strecke keinen großen Zeitverlust und würde das Fahrradfahren sicherer machen, zumal die Sanierung eines maroden Radweges nicht umsetzbar ist.