Der Startschuss ist gefallen. Gestern Nachmittag haben die Mitglieder des Schönebecker Sportclubs einen großen Batzen Geld erhalten. Damit kann die Sanierung der maroden Tartanbahn im Stadion endlich beginnen. Die Spendensuche ist aber nicht abgeschlossen. 15000 Euro fehlen noch.

Schönebeck l Zahlreiche Männer im Anzug auf der Laufbahn - was nicht unbedingt sportlich aussieht, hat einen doch recht sportlichen Hintergrund. Gestern Nachmittag hat Sport- und Innenminister Holger Stahlknecht einen Fördermittelbescheid in Höhe von 116000 Euro an den Schönebecker Sportclub (SSC) übergeben. Sie sind für die Sanierung der maroden Laufbahn gedacht. Die Summe hat es in sich. Schließlich wird damit die Hälfte der anvisierten 210000-Euro-Baukosten gedeckt. Und auch die zweite Hälfte ist fast vollständig. Dank einer Förderung von LottoToto (49000 Euro), Spendenmittel (40000 Euro) und der Leichtathletik-Eigenmittel (5000 Euro).

"Am Montag, vorausgesetzt das Wetter spielt mit, beginnen die Sanierungsarbeiten", sagt Hans Weber, stellvertretender Abteilungsleiter Leichtathletik. Damit fällt vielen Sportlern ein Stein vom Herzen. Schließlich haben die Ehrenamtlichen lange auf diesen Tag hingearbeitet. "Seit anderthalb Jahren kämpfen wir für die Sanierung", sagt er. Der Einsatz hat sich gelohnt. Die Kosten können nun fast komplett getilgt werden. "Uns fehlen nur noch 15000 Euro", sagt Weber, der sich gleichwohl zuversichtlich zeigt, dass auch diese Finanzierungslücke rechtzeitig gedeckt wird.

Läuft alles nach Plan, ist die Sanierung der Tartanbahn bereits nach einem Monat abgeschlossen. Dann finden die 116 Leichtathleten des SSC wieder gute Trainings- und Wettkampfbedingungen in ihrem Stadion an der Magdeburger Straße vor. Sicherlich schnell wird dann der jetzige Zustand mit Rissen und unzähligen notdürftig ausgebesserten Flicken vergessen sein.

"Wir standen kurz davor, dass die Bahn für Wettkämpfe nicht mehr zugelassen wird", macht Frank Wedekind, Vorsitzender des SSC, die Dringlichkeit deutlich. 1999 war die Tartanbahn fertiggestellt worden. "Bereits im ersten Frühjahr hatten wir die ersten Risse", erinnert sich Dirk Braune, Abteilungsleiter Leichtathletik. Seither seien kleine Ausbesserungen vorgenommen worden.

Mit den Sanierungskosten von 210000 Euro wurden die Sportler aber nicht allein gelassen. "Wir hatten 140 Einzahlungen von Sponsoren", sagt Hans Weber. Darunter waren Privatpersonen, die 10, aber auch 500 Euro gespendet haben. Ebenso engagiert haben sich Unternehmen in der Region. "Man sieht: Sport kann vereinen", schlussfolgert Weber und richtet seinen Dank an alle Unterstützer.

Einen nicht unwesentlichen Teil haben gestern Nachmittag zwei weitere Spender geleistet. Während Minister Holger Stahlknecht die Landesförderung in Form einer Mappe übergab, überreichte Felix Bromann vom Förderverein der Leichtathleten einen Scheck in Höhe von 2500 Euro und auf dem Scheck von Friedrich Husemann, Geschäftsführer der Schönebecker Stadtwerke, waren 5000 Euro festgehalten.

Für Landrat Markus Bauer ist das ein gutes Beispiel dafür, dass "Sport ein wichtiges Bindeglied zwischen Gesellschaft und Wirtschaft ist". Seiner Meinung nach ist die Sanierung der Tartanbahn ein wichtiger Meilenstein für Schönebecks Entwicklung in Richtung Sportstadt. Oberbürgermeister Bert Knoblauch kann ebenso nur loben: "Heute sieht man, wer an eine Idee glaubt und dran bleibt - dann kann sie verwirklicht werden."

Und weil es in der lockeren Runde sowieso um Geld und Sport ging, nutzte Frank Wedekind die Gelegenheit, um den Minister auf ein weiteres Sorgenkind aufmerksam zu machen. "Nächstes Jahr können wir noch Geld für unseren Kunstrasenplatz brauchen", sagt er. Stahlknecht ist nicht abgeneigt, doch eine klare Zusage für weitere Fördermittel kann auch Wedekind dem Minister nicht abringen.

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