Staßfurt/Brumby l Die Planungen für den direkt an der Autobahn 14 geplanten neuen Autohof bei Brumby sind ins Stocken geraten. Darüber informierten der Projektentwickler und der Wirtschaftsförderer im Bau- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrates. Zur Zeit bemühe sich die Kommune darum, gemeinsam mit den beiden Weltkonzernen Shell und Mc Donalds für dieses wichtige Vorhaben das Planungsrecht herzustellen. Es gebe allerdings zwei "Knackpunkte", um die man sich kümmern müsse, machte Wirtschaftsförderer Christian Schüler deutlich.

Damit spielte er auf die interne Umstrukturierung des Shell-Konzerns an, wodurch dieser die Umsetzung von Projekten schiebe. "McDonalds unterstützt hier und will deshalb für den gesamten Planbereich den notwendigen städtebaulichen Erschließungsvertrag mit der Stadt abschließen, um dieses Vorhaben planungsrechtlich zum Abschluss zu bringen", sagte der Ressortchef. Der amerikanische Fast-Food-Gigant gehe davon aus, dass der holländische Mineralölkonzern die Investition umsetzt, wenn das Planungsrecht vorliege.

"Shell tritt seit Februar auf die Bremse, hat aber den Standort Brumby nicht aufgegeben, sondern wartet ab."

"Shell tritt seit Februar auf die Bremse, hat aber den Standort Brumby nicht aufgegeben, sondern wartet ab", sagte der Projektentwickler Ulrich Niestrath. Auch er ist optimistisch, dass der Autohof dadurch trotzdem gebaut werden kann.

Als weiteres Problem erweist sich aus seiner Sicht, dass die Raumordnungsplaner des Landkreises "ein Haar in der Suppe gefunden haben", denn das in Frage kommende Gelände liege in der "Walachei".

Die Landkreisverwaltung verlangt für die Ausweisung einer solchen Sonderfläche an der Autobahn als Übergangslösung eine Planung der Stadt zur strategischen Entwicklung ihrer Gewerbeflächen, ergänzte Schüler. Dabei gehe es darum, wo neues Gewerbe in der Stadt künftig konzentriert werden könne, um noch nicht belegte Flächen reduzieren zu können. Schüler: "Weiterhin ist eine solche Planung notwendig, da das Gesamtwerk des Flächennutzungsplanes der Stadt überaltert ist."

Eine Neuaufstellung eines solchen Planes für die Kernstadt und die Ortsteile würde nach Mitteilung der Verwaltung mehrere hunderttausend Euro kosten.

"Das ist wegen dem zu erwartenden Lärm im Gewerbegebiet in Brumby-West schlecht umsetzbar."

Die Stadt werde deshalb eine Konzeption erarbeiten, wie sich die 19 Gewerbegebiete entwickeln sollen und dann mit den Mitgliedern des Ausschusses beziehungsweise des Stadtrates darüber diskutieren", kündigte der Wirtschaftsförderer an. Den dazu notwendigen ersten Teil der Vorarbeiten habe man mit der Bestandsermittlung bereits erledigt.

Zudem verlangt die Landkreisverwaltung eine Prüfung, ob der Autohof alternativ im benachbarten Gewerbegebiet West in Brumby errichtet werden kann. "Das ist wegen dem zu erwartenden Lärm schlecht umsetzbar", ist Schüler überzeugt. Der Investor werde dazu ein Schallschutzgutachten in Auftrag geben. "Es wird demnächst vorliegen", sagte Niestrath. Er hat angesichts dieser Forderungen den Eindruck, "dass die Stadt vorgeführt werden soll."

Hans-Jürgen Lärz (CDU) aus Förderstedt erinnert das Ganze an die lebhafte Diskussion vor Jahren, wo ein solches Schnellrestaurant von McDonalds in der Hecklinger Straße in Staßfurt direkt gegenüber vom Friedhof im Gespräch war. Das hatte damals angesichts dieses sensiblen Standortes für Kritik gesorgt. "Das platzt doch wieder wie damals am Friedhof", schließt er ein Scheitern des Prestigeprojektes der Stadt Staßfurt nicht aus. "Kann da nicht jemand anderes kommen", fragte er in die Runde.

Die Stadt will nicht nur den Autohof an der Autobahn entwickeln, sondern hat bereits Vorstellungen, die Lücke von dort bis zum Gewerbegebiet Brumby für Firmenansiedlungen zu erschließen. Aufgrund der Nähe zur A14 verspricht man sich im Rathaus einen größeren Zuspruch von Investoren.

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