In jeder Woche suchen wir in unserem Heimaträtsel neue Orte, Plätze oder gar Menschen aus der Geschichte der Region. Diese Woche haben wir nach er früheren Flaniermeile "Salzer Straße" gefragt.

Schönebeck l In dieser Woche haben wir ein Foto der Salzer Straße in unserem Heimaträtsel abgedruckt.

"Genauer gesagt ist es die Salzer Straße 12", erklärt Heinz Finke bei seinem Besuch in der Redaktion. Außerdem zeige das Bild noch Werbung von Adolf Konin und anderen Geschäften. "Man sieht auch den Gasthof `Dessauer Hof`", erläutert Finke weiter.

Schnell hat der ehemalige Tischler auch eine Ausgabe der Volksstimme aus dem Jahr 1904 aus seiner Tasche gezogen. Genauer gesagt ist die Ausgabe fast auf den Tag genau 110 Jahre alt. Hier zeigt er auf die Werbung im hinteren Teil der Ausgabe vom 17. September 1904.

Anzeigen gab es damals vom im Bild abgebildeten Geschäft von Adolf Konin. Aber auch das Geschäft für Hülsenfrüchte von Georg Gerding fand seinen Platz im Anzeigenteil dieser historischen Ausgabe.

"In dem Ladengeschäft", weiß Edgar Heyde noch, "befand sich bis zum Konkurs der Konsumgenossenschaft Schönebeck Anfang der 1990er Jahre der bei allen Schönebeckern beliebte `Schuhkonsum`." Man erkenne daneben auch noch "die alte Fassade vom Optiker Exner", ergänzt Roswitha Schwabe.

Das beste Eis in Schönebeck

"Zu sehen ist auch noch das Haus, in welchem das Eiscafé Caberletto sein Domizil hatte", schreibt Sabine Adler per E-Mail und kommt ins Schwärmen: "Es hatte meiner Meinung nach das beste Eis zu DDR-Zeiten in Schönebeck."

Ursula Steinhagen erinnert sich sogar noch weiter zurück: "Aus Kindertagen weiß ich noch, dass vorn links eine Eisdiele war. Nach dem Krieg haben wir Kinder immer ein paar Pfennige zusammengespart, damit wir hier eine Eiskugel kaufen konnten."

Zur damaligen Zeit habe sich dort auch ein Schuhgeschäft befunden, teilt uns Werner Hilbrich am Telefon mit: "Heute ist dort aber ein Asia-Laden." Diesen kann man auch auf dem Foto oben rechts erkennen.

Simone Held machte am hinteren Bildrand auch noch das frühere Geschäft Nordsee aus. "Heute ist dort ein Computerladen", weiß sie zu berichten: "Mit dessen Produkten kann man nur noch im Netz und nicht mehr mit dem Netz fischen."

Das Haus hat über die Zeit hinweg aber nicht nur Geschäfte beherbergt, sondern auch eine traurige Geschichte, wie sich Harald Bahr von Ehrenberg erinnert. "In dem Haus wohnte bis 1939 eine jüdische Familie", schrieb er uns per E-Mail: "Rosa, Louis, Hans, Kurt und Rudi Landecker haben nur durch eine Flucht nach Südafrika den Holocaust überlebt."

Richtig geraten haben in dieser Woche auch Uwe Bronewski, Joachim Zenss, Christel Altwasser, Reinhard Schmidt und Elke Bode aus Schönebeck.

Gewonnen hat dieses Mal Ursula Steinhagen aus Schönebeck. Sie darf sich ab Montag, wochentags in der Zeit von 9 bis 17 Uhr, eine kleine Überraschung in der Lokalredaktion der Volksstimme, Wilhelm-Hellge-Straße 71, abholen.

 

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