In gut einem Jahr Bauzeit ist in Welsleben der Erweiterungsbau der Kindertagesstätte Die kleinen Welse fertig geworden. Jetzt war Einweihung mit einer guten Nachricht: Die Finanzierung steht.

Welsleben l Die Geschichte des Erweiterungsneubaus für die Kindertagesstätte in Welsleben ist von Höhen und Tiefen geprägt: Erst sollte alles über ein Spezialprogramm für energetische Sanierung gefördert werden, doch der Antrag wurde abgewiesen. Als dann neue Förderungsmöglichkeiten angezapft und sicher waren, die Bauarbeiten liefen, tauchte im Bauuntergrund ein bis dahin nicht bekannter Teich auf. Das machte Nachplanungen, komplizierte Bauarbeiten und vor allem zusätzlichen Geldbedarf nötig. 32 000 Euro waren notwendig. Bei einem Projekt mit einem Bauvolumen von rund 500 000 Euro - 375 000 Euro davon wurden gefördert, der stattliche Rest ist Eigenleistung der Gemeinde Bördeland - kein Pappenstiel.

Bisher gab es aus dem Sozialministerium Sachsen-Anhalt die Zusage, die Mittel bereitzustellen, sobald es in Magdeburg Rückläufe aus anderen Projekten gebe. Zur Einweihung am Dienstag - passender hätte der Zeitpunkt nicht sein können - gute Nachricht: "Das Geld ist da", sagt SPD-Bundestagsabgeordneter Burkhard Lischka. Er hat sich in den vergangenen Monaten maßgeblich um das Projekt verdient gemacht, zusammen mit dem Landkreis, der Gemeindeverwaltung und der Kita-Leitung nach Fördermöglichkeiten gesucht.

Für Burkhard Lischka ist die Geschichte des Welsleber Kita-Ergängungsbaus deshalb eine Erfolgsgeschichte, trotz der schwierigen Ausgangslage. "Hier haben die Akteure nicht den Kopf in den Sand gesteckt und auf die Geldgeber geschimpft. Vieles ist Hand in Hand gegangen, ohne sich entmutigen zu lassen", sagt der Bundestagsabgeordnete. Im Sinne der Sache, für die Kinder nämlich, sei das optimal. Insgesamt hätte das Vorgehen Beispielcharakter für andere Projekte, meint Burkhard Lischka.

Ein Aspekt, den auch sein Parteifreund Landrat Markus Bauer aufgreift. "Wenn eine Kommune in eine Kindereinrichtung investiert, ist das die beste Investition, die sie leisten kann", sagt der Kreischef zur Einweihung. Markus Bauer sieht darin nämlich den Ausgangspunkt für wichtige Kreisläufe, die die Regionen stärken würden. "Wenn wir das richtige Umfeld schaffen, bleiben junge Menschen hier, gründen Familien, arbeiten hier, kurbeln hier die Wirtschaft an."

Mehr Kapazitäten für alle Altersklassen

Die Voraussetzungen dafür sind in Welsleben gut. Derzeit sind 55 Kinder bei den "Kleinen Welsen". Die Krippenkinder bis drei Jahre ziehen in den Ergänzungsbau. Damit verdoppelt sich die Krippenkapazität auf 45 Kinder. Gleichzeitig wird im bestehenden Haus Platz für die älteren Kitabesucher frei. Leiterin Dorette Lorenz berichtet, dass man insgesamt auf rund 70 Kinder kommen wird. Ortsbürgermeister Steffen Kaden kommentiert die Ausführungen von Kreis- und Kita-Leitung da nur noch scherzhaft: "Die Welsleber nehmen die Herausforderung an und sorgen dafür, dass die Plätze auch gefüllt werden."

Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich dankt allen Beteiligten und vergisst auch die politischen entscheidungsträger nicht. Gemeinde- und Ortschaftsrat hätten sich immer hinter die Pläne gestellt, durch den Kinderboom in Welsleben sei man "im positiven Sinn gezwungen gewesen zu bauen".

Politik und Kreisverwaltung arbeiten miteinander

Auch wenn es Probleme und Rückschläge gegeben hätte, sei das Votum der Politik für die Verwaltung immer Motivation gewesen weiterzumachen, so Bernd Nimmich. Auch im Landkreis hätte man kompetente und zugängliche Partner gefunden, so dass alle ihren Anteil am Erfolg des Ergänzungsbaus hätten. Jetzt müsse es darum gehen, auch den Altbau der Kita neu aufzuputzen. Der Gemeindechef setzt dabei seine Hoffnungen auf das neu angelaufene Stark-III-Programm für energetische Sanierung. "Dann haben wir alles geschafft, damit die Kinder sich wohlfühlen." Akzeptiert ist das neue Zuhause bei den "Kleinen Welsen" allemal - Dorette Lorenz: "Wir haben vom Fenster aus das Wachsen und Werden des Gebäudes gesehen. Nun dürfen wir einziehen. Das ist so ein toller Augenblick für die Kinder und das Team."

Bilder: www.volksstimme.de/schoenebeck

 

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