Barby l Die Familie Rinne in Barbys Wallgraben hat ein neues Haustier. Und was für eins! Neben Dackel Oscar, Katze Whiskey und ein paar Hühnern schmückt seit Montag ein wunderschöner Exot die Wohnstube. Die Kinder des Hauses nennen ihn Oli. Es ist ein attraktiver Schmetterling, der so groß wie ein kleines Schnipsflugzeug werden kann. Genauer gesagt ein Oleanderschwärmer, der sich wie aus dem Ei gepellt aus seiner Puppe schälte. Das geschah still und leise vermutlich am frühen Morgen, als die ersten Sonnenstrahlen in das Wohnzimmer schielten.

Umsiedlung in das Schmetterlingshaus


Uta Rinne will Oli am Wochenende ins Schmetterlingshaus nach Magdeburg bringen. Denn er hat Hunger. Die Falter saugen nämlich an allen blütetragenden Pflanzen mit Nektar, die bekanntlich in Deutschlands Herbst rar sind. Derweil die Raupen ausschließlich Oleander verputzen, brauchen die Schwärmer Süßes. Sonst verhungern sie.

Den Oleanderschwärmer hatte Nachbarin Helga Vogt vor seiner Metamorphose als verfressene grüne Raupe auf ihrem ... na klar ... Oleander gefunden. Weil der älteste Spross der fünfköpfigen Nachbarsfamilie, Adele, gerade eingeschult wurde, bekam sie ihn quasi anstelle einer Zuckertüte von Tante Helga. Was sowieso besser ist, denn Oleanderschwärmer erzeugen bekanntlich keine Karies wie beispielsweise Lutschbonbon Co. aus großen Abc-Tüten.

Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan


Derweil das Interesse an Oli dann so ziemlich verloren ging, als er von Raupe zur langweiligen Puppe konvertierte, ist nun das Entzücken im Hause Rinne groß. Die Kinder freuen sich über ihren hübschen Mitbewohner und lernen, dass man sich sehr wohl vom hässlichen Entlein zum wunderschönen Schwan wandeln kann.

Mal im übertragenen Sinne gesprochen.


Oli gelang dieser Prozess, der nicht alle Tage bei uns geschieht, in einem viereckigen Industrieglas aus DDR-Tagen. Und wie heißt es doch oft so anstrengend: Es war nicht alles schlecht ...

Zur Sache: Anfang September wurden in Barby mehrere Oleander-Raupen entdeckt. Die Tiere waren als Schwärmer vermutlich mit einem heißen Saharawind im Sommer über die Alpen nach Mitteleuropa geweht worden. Ursprünglich kommen sie überwiegend in den Tropen und Subtropen vor.

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