Langeweile in der Schule? Nicht in der Käthe-Kollwitz-Grundschule. Am Donnerstag wurden die Schüler in die Trommelkunst Afrikas eingeweiht und bauten selbständig Instrumente.

Schönebeck l Ist Musik für den einen oder anderen Gymnasiasten vielleicht nur die bessere Alternative zu Kunst, war in der Käthe-Kollwitz-Grundschule am Donnerstag - am Tag des Singens - von solch einer Einstellung noch nichts zu sehen. Den gesamten Schultag über trommelten die Kinder wild in der Aula oder bastelten sich ihre eigenen kleinen Instrumente. Damit auch die Pausen nicht zu kurz kamen, entspannten sie sich bei den Nachbarn von Suppe Seele.

"Zu Beginn des Tages wurden die Kinder erst einmal in fünf Gruppen aufgeteilt", berichtete Schulleiterin Ines Hausherr. Jahrgangsübergreifend hieß es dann, die fünf Stationen des Tages zu entdecken.

Einmal wartete in der Aula Musiker Falk Röske. Er hatte gleich einen ganzen Wagen voller Djemben mitgebracht. Kaum hatten die Schüler ihre Trommel auf dem Schoss oder zwischen die Knie geklemmt, bebte die Aula. Sie lernten die Grundtechniken zum Spielen des Instruments und übten selbst Lieder ein.

Eine andere Station befasste sich filmisch mit dem Thema Musik, eine andere mit dem Bau von Instrumenten. Eine kleine Rassel, die auch gut und gern als Trommel dienen kann, verlangte einiges an Fingerspitzengefühl von den Kleinen.

Entspannung in Afrika

Musik heißt ja auch Tanz und Bewegung. Also durften sich die Kinder in der Sporthalle einmal kräftig austoben. Natürlich nicht einfach so, sondern tanzend.

Musiklehrerin Gabriele Weidlich wartete mit einem Tuchtanz auf ihre Schützlinge. Ruhe und Aktion waren so schnell miteinander verbunden.

Zur Ruhe kommen. Dieses Stichwort verband Daniela Knopf bei Suppe Seele für die Kinder mit Afrika. Sie nahm die Kinder auf eine "musikalische Reise durch Afrika". Dabei lernten sie einmal Klänge vom schwarzen Kontinent kennen, aber auch, wie die Menschen dort teilweise leben müssen. "Ganz arme Kinder", zeigte Knopf einen aus Zeitung hergestellten Schuh, "müssen dies tragen, wenn sie auf den Müllhalden arbeiten. So verletzten sie sich nicht so schnell."

Die Grundschüler blickten ungläubig, aber sehr interessant auf den kleinen Schuh. Kaum vorstellbar, war in ihren Augen zu lesen.

Nach knapp fünf Stunden war der Tag auch schnell schon wieder vorbei. "Es war für die Kinder sicher sehr aufregend", resümierte Musiklehrerin Gabriele Weidlich. Das Strahlen der Kinder bestätigte sie darin.

 

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