Schönebeck l So langsam geht es beiden wieder besser: Hund Freddy und Halter Benjamin Picht. Doch wenn der 24-jährige Schönebecker an die zurückliegenden Tage denkt, wird ihm wieder ganz unwohl. Denn das, was sein gut zwei Jahre junger Vierbeiner erlebte, wünscht er keinem anderen Hund.

Eines Nachmittags hörte er den Golden Retriever im Garten des Hofes jaulen. Als er Freddy mit beiden Händen abtastet, merkt Benjamin Picht Blut an seiner Hand. "Auf der rechten Seite habe ich eine zehn Zentimeter lange Wunde entdeckt", erzählt der Hundehalter. Sofort fährt er zum Tierarzt, anschließend in die Tierklinik nach Magdeburg. Noch am Abend wird der gutmütige und anhängliche Freddy operiert. Der Tierarzt gibt an, dass die Wunde dem Tier mit einem scharfen Gegenstand - vermutlich mit einem Teppichmesser - zugefügt sein muss. "Freddy hatte Glück, dass nur die Bauchdecke aufgeschlitzt war und keine inneren Organe betroffen waren", berichtet Benjamin Picht. Die Wunde wurde genäht. Jetzt trägt Freddy eine Halskrause und ist auf dem Weg der Besserung.

Für Benjamin Picht damit auch Zeit, dem Vorfall nachzugehen. Er hat einen Verdacht, wer der Täter ist, und erstattet bei der Polizei Anzeige. Der Täter ist im Haus und in der Straße kein Unbekannter. Dessen Aussagen nach soll sich der Hund selbst verletzt haben. "Hier an einem Türscharnier", zeigt Benjamin Picht auf eine ausgehängte Tür auf dem Hof. Ob die Aussage des mutmaßlichen Täters glaubhaft ist, muss die Polizei ermitteln. Benjamin Picht jedenfalls glaubt nicht daran. "Die Wunde ist vertikal. Wenn sich Freddy an der Tür gestoßen haben soll, müsste die Wunde horizontal sein", berichtete er der Volksstimme.

Neben dem Straftatbestand (bei Tieren liegt in solchen Fällen eine Sachbeschädigung vor) will Picht auch zivilrechtlich gegen den Mann vorgehen. Es geht um Tierarztkosten in Höhe von rund 1000 Euro. "Außerdem muss der Täter zur Verantwortung gezogen werden. Wer so etwas macht, muss eine Strafe bekommen", fordert er.

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