Mehrheitlich mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung hat der Gemeinderat von Bördeland grünes Licht für die Reparatur des Multicars gegeben. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 15000 Euro.

Eggersdorf/Großmühlingen l Die einen nennen es Konsequenzen, die anderen Erpressung. Wenn Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich (SPD) aufzeigt, was passiert, wenn der Multicar der Gemeinde, der hauptsächlich in den Ortsteilen Eggersdorf und Großmühlingen eingesetzt ist, in diesem Winter nicht fahren kann, um den Schnee zu beräumen, dann zeigt er damit die Konsequenzen auf - was er als Bürgermeister auch muss. Gemeinderatsmitglied Helmut Bartlog (parteilos) nennt das Erpressung. "Wenn wir also nicht zustimmen, wird in den Orten kein Winterdienst gemacht. Das ist Erpressung."

Ein Multicar der Gemeinde Bördeland ist seit April dieses Jahres defekt und kann nicht mehr eingesetzt werden. Ein Motorschaden wurde festgestellt. "Eine Neuanschaffung kostet etwa 70000 Euro. Diese Mittel haben wir aber nicht im Haushalt 2014 eingeplant", erläutert Bernd Nimmich das Dilemma.

Ob die Reparatur das Geld wert sei, wollte Gemeinderatsmitglied Erich Klapper (CDU) wissen. Wie Amtsleiter Georg Skorsetz und Bürgermeister Nimmich erklärten, sei die Karosserie das Fahrzeuges und alles andere sei in Ordnung. "Nur der Motor hat eben einen Totalschaden", so Skorsetz.

Das alles gefiel Helmut Bartlog nicht. Ihm ist die Beschlussvorlage "zu dünn". So bemängelte er, um eine richtige Entscheidung zu treffen, eine Gegenüberstellung lesen zu wollen: "Was kostet die Reparatur, was kostet ein Multicar auf den Nutzfahrzeugmarkt, und was kostet die Neuanschaffung? Außerdem möchte ich gern wissen, wie viele Kilometer das Fahrzeug jetzt bereits gefahren ist", forderte Bartlog ein. Sein Antrag, die Vorlage in die Verwaltung zur Überarbeitung zurückzuverweisen, scheiterte; dafür fand sich keine Mehrheit.

Alle anderen Gemeinderäte sprachen sich in der weiteren Diskussion für die Reparatur aus. Heike Kuzaj (SPD) machte ganz pragmatisch deutlich, dass Bördeland kein Geld für ein neues Auto habe und man deshalb andere Möglichkeiten suchen müsse. Ekkehard Horrmann (Bürgerinitiative Welsleben) mahnte zur Vorsicht: "Ein gebrauchtes Fahrzeug muss nicht immer die richtige Entscheidung sein." Frank Ahrend (CDU) sagte nochmals, dass der Winter vor der Tür stehe und der Multicar repariert werden müsse. "Wir als Rat haben hier die Verantwortung. Ein Hinausschieben der Entsheidung wäre nicht tragbar", sagte er.

Die 15000 Euro sollen durch Umschichtungen im Haushalt der Gemeinde freigestellt werden. So wurde beiseisweise die Postion für Planungsleistungen für Investitionen nicht vollständig ausgeschöpft.