Schönebeck l Wer in Schönebeck seit Juli durch die Straßen geht, wird sie schon kennen: die Regionalbereichsbeamten. Im speziellen Fall sind es drei Frauen, die nicht nur Streife gehen, sondern direkt auf die Menschen zugehen und stets ein offenes Ohr haben.

"Die Bürger wollen uns haben, sie nehmen die Veränderungen sehr gut an", erklärt Regionalbereichsbeamtin Brigitte Horn jetzt während einer Presserunde. Die Grundschulen und die Sozialarbeiter würden seit dem Sommer sogar direkt auf die Beamten zukommen. "Sie rennen uns fast die Tür ein", lacht Horn.

In den nächsten Wochen will sie mit ihren beiden Kolleginnen auch in die Jugendclubs und Sozialeinrichtungen der Umgebung gehen. Präventiv arbeiten ist eine der Hauptaufgaben, die die Beamten zu erfüllen haben. "Die Prävention ist umfangreicher geworden", erklärt der Schönebecker Kommissariatsleiter Stephan Weiß.

Ein Grund dafür ist, dass nun allein die Stadt Schönebeck drei Beamte zur Verfügung hat. Vor der Reform waren es zwar auch drei, diese waren jedoch auch beispielsweise für die Gemeinde Bördeland zuständig. "Die Strukturen sind gebaut, wir können auf dieser Basis aufbauen", mahnt Weiß im nächsten Atemzug aber auch.

Mahnend sprach Brigitte Horn auch den ebenfalls anwesenden Schönebecker Oberbürgermeister Bert Knoblauch an. "Die Verkehrssituation rund um das Gymnasium ist ein Chaos", schildert sie den tagtäglich dichten Verkehr in der Berliner Straße. Die Parkverbote seien nicht ausreichend. Knoblauch entgegnete, dass er selbst regelmäßig die Verkehrswirren miterlebt und bereits über eine Veränderung nachdenke. "Wir arbeiten an Lösungen", versichert das Stadt-oberhaupt.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht, in den vergangenen Tagen mehrmals in Schönebeck und auch bei der Presserunde zu Gast, sieht in den Regionalbereichsbeamten ein gelungenes Projekt. "Wir haben die Beamten in die Fläche gebracht und sie nicht genommen", verteidigt der CDU-Politiker seine Polizei-Reform. Das sei nun auch bei den noch zu gründenden Streifenbereichen vorgesehen. "Das Ziel ist, dass die Einsatzfahrzeuge innerhalb von 20 Minuten jeden Tatort erreichen können", unterstreicht der Minister. Ab Januar soll es diese neue Einteilung geben.