Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wurde das Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium feierlich wiedereröffnet. Schüler und Lehrer strahlten über ihren neuen Arbeitsplatz. Nun könne auch in Schönebeck die Zukunft Deutschlands gestaltet werden.

Von Fabian Biastoch

Schönebeck l Festlich. Ja, sehr festlich war der Rahmen am Dienstag im Gymnasium Schönebeck. Überall, wo man hinblickte, sah man strahlende und lächelnde Gesichter. Den Beteiligten - ob Schüler, Lehrer oder Kommunalpolitiker - war der Stolz über das renovierte Schulgebäude ins Gesicht geschrieben.

"Die Sanierung war in Schönebeck auch dringend notwendig", sagte Schulleiter Ulrich Plaga zurückblickend. Dafür haben das Land und der Kreis kräftig investiert. "Zwischen sieben und acht Millionen Euro" seien in die Renovierung des ehemaligen Plattenbaus geflossen. "Gott sei Dank ist Bildung Ländersache", schmunzelte Plaga, "sonst wäre ein solcher Bau nicht möglich gewesen."

Großzügig umgestaltet wurden die Aula und die Eingangshalle, auch die Brandschutzanlagen wurden erneuert. Insgesamt hat das neugestaltete Gebäude 30 klassische Unterrichtsräume und sieben Fachkabinette. Darunter sind auch Räume mit hochmoderner IT-Technik. Lediglich die Außenanlagen müssen noch fertiggestellt werden.

Schüler sollen Demokratie sichern

Für die Schulleitung wichtig war auch eine bessere Kommunikation, frei nach dem Dichter Theodor Fontane, der Sprache als "das Menschlichste" bezeichnete. In den Klassenräumen gibt es daher bessere Möglichkeiten zur Gruppenarbeit. Auch deswegen ist das Gymnasium eine "Schule der Zukunft". "Die Schüler sollen mit diesem Schatz die Demokratie in unserem Land sichern", legte Plaga seinen Schülern nahe: "Das muss aber auch der Staat sicherstellen und dazu viel Geld in die Hand nehmen." Für das Gymnasium in Schönebeck hat aber nicht nur Deutschland Geld in die Hand genommen, sondern auch Europa. Allein fünf Millionen Euro stammen aus Solidarmitteln der Europäischen Union. "Europa rückt auch so immer mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft", unterstrich Landrat Markus Bauer: "Aber all die Förderprogramme allein reichen nicht, es sind vor allem die Menschen, die durch ihre Begeisterung, den Erfolg bringen."

Neben Lehrern und Politikern ist das neue Gebäude natürlich vor allem für die Schüler wichtig. Sie sind es schließlich, die jeden Tag dort lernen sollen und müssen. Der Schulleiter habe "gekämpft wie Rocky", lobte Schülersprecherin Lena Rauschenbach ihren obersten Lehrer: "Das war ganz großes Kino."

Auch Schülertransport ein Thema

Bei aller Festlichkeit vergaß Ulrich Plaga auch die Bedürfnisse seiner Schüler nicht, die jeden Tag zum Gymnasium an- und abreisen müssen. "Noch kommen sie nicht pünktlich nach Hause", ermahnte er Landkreis und Stadt. Markus Bauer versprach jedoch zugleich: "Der Schülertransport ist ein großes Thema bei mir. Es wird eine Lösung kommen. Wann, kann ich aber nicht sagen." Bis dahin können sich die Schüler "nur" am neuen Gebäude erfreuen.

Bilder