Verstärkung braucht der Kreisverband Schönebeck des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Das Kriseninterventionsteam sucht neue Mitstreiter. Morgen findet dazu eine Informationsveranstaltung statt.

Schönebeck l Sie leisten besondere Nothilfe, kommen nicht mit dem Arztkoffer und in Schutzhandschuhen. Aber dennoch ist ihre Aufgabe nicht minder wichtig: Die Mitstreiter des Kriseninterventionsteams des DRK-Kreisverbandes Schönebeck sind die "Nothelfer für die Seele". Jetzt werden neue Mitstreiter gesucht.

"Seit 20 Jahren leistet das Kriseninterventionsteam unseres Kreisverbandes rund um die Uhr und an jedem Tag des Jahres psychologische Notfallversorgung", erklärt Guido Jurczyk, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Schönebeck. Dabei werden Menschen unmittelbar nach einem emotional stark belasteten Erlebnis durch die ehrenamtlichen Mitglieder betreut.

Betroffene sind beispielsweise Angehörige nach einem plötzlichen Todesfall, Opfer einer Gewalttat oder Augenzeugen eines schockierenden Erlebnisses. Das Kriseninterventionsteam (KIT) leistet dann die "Erste Hilfe für die Seele", indem es hilfreiche Nähe und Unterstützung in den ersten Stunden bei der Realisierung und Verarbeitung des dramatischen Ereignisses anbietet. Wie der DRK-Kreisgeschäftsführer weiter berichtet, werden die Mitglieder des KIT-Teams durch die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten oder direkt durch die Betroffenen über die Leitstelle gerufen. "Die betroffenen Menschen sollen in ihrer schwersten Stunde stabilisiert und in ihrer Handlungsfähigkeit gestärkt werden", so Guido Jurczyk. So werden soziale Netzwerke aktiviert und weiterführende Hilfsangebote vermittelt. Die frühe Unterstützung durch das KIT vermindert das Risiko von langfristigen seelischen Schäden wie der Posttraumatischen Belastungsstörung.

"Für diese sinnreiche Aufgabe suchen wir engagierte neue ehrenamtliche Mitglieder. Dabei ist die Profession nicht ausschlaggebend - wir brauchen keine Psychoprofis, sondern kommunikative und tolerante Menschen, die vor dramatischen Lebenssituationen nicht zurückscheuen", macht der Rotkreuz-Geschäftsführer deutlich. Wer mit Herz bei der Sache ist, aufmerksam zuhören kann und eine zugewandte Haltung besitzt, ist beim Kriseninterventionsteam richtig. "Was man sonst noch braucht, das Praktische und das Theoretische, lernt man in einer gesonderten Ausbildung", verspricht Guido Jurczyk.

Aus Erfahrung können die jetzigen Mitglieder des KIT sagen, dass ihre Einsätze viel fordern und teilweise häufig auch zu Herzen gehen. Doch die Gewissheit, anderen Menschen in dramatischen Situationen wirklich helfen zu können, lässt die Belastung in den Hintergrund treten und motiviert immer wieder neu.

Für dieses Kriseninterventionsteam sucht das Rote Kreuz nun Verstärkung. Wie der Volksstimme weiter mitgeteilt wurde, ist das Mindestalter, um mitmachen zu können, 25 Jahre, es müssen Führerschein und Fahrzeug vorhanden sein.

Info-Veranstaltung am morgigen Mittwoch, 17 Uhr, DRK-Kreisgeschäftsstelle, Böttcherstraße 3a. Weitere Auskünfte unter (03928)48400 oder (0151)40261551 oder info@drk-schoenebeck.de.