Dass die Gemeinnützige Schönebecker Wohnungsbaugenossenschaft für Individualität steht, zeigt das Unternehmen jetzt wieder: In der Martin-Luther-Straße wird ein Haus umgebaut, bei dem die Wohnungszuschnitte stark verändert werden.

Schönebeck l Eigentlich ist das Haus in der Schönebecker Lutherstraße 67 bis 69 ein Glücksfall. "Das ist leider kein Typenbau, es gibt keine Unterlagen darüber", berichtet Ute Strippentow, die Planerin, die im Auftrag der Gemeinnützigen Schönebecker Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) die Überarbeitung des Haus in Angriff genommen hat. Ihren Recherchen nach wurde das Haus mit den zwei Eingängen in den 1960er Jahren hochgezogen. "Es soll ein Lehrlingsbau gewesen sein", berichtet sie. Was an sich nichts schlechtes sein muss, doch passt das Gebäude in keine bekannten DDR-Wohnungstypen.

Aus dieser Grund-Individualität schlägt die GWG nun Kapital. Für rund 1,4 Millionen Euro - die sich aus Fördermitteln, einem freien Darlehen und Eigenmitteln - zusammensetzen, erfolgt die Rekonstruktion. "Die Zuschnitte der Wohnungen in dem Haus sind nicht mehr zeitgemäß", erklärt Manuela Preuß, Vorstandsmitglied der GWG, der Volksstimme. In den beiden Eingängen gab es 18 Wohnungen mit einer Größe von 30 bis 57 Quadratmetern. Vereinzelt hatte die GWG schon Teilsanierungen vorgenommen, doch am Ende war es nur Stückwerk.

Jetzt wird der gesamte Block, der inzwischen leergezogen ist, in Angriff genommen. Von innen nach außen wird das Haus rekonstruiert. Zudem bekommt das Haus noch eine weitere Wohnetage auf den drei Stockwerken - das Dachgeschoss wird umgebaut. Aus den ursprünglich 18 Wohnungen werden zukünftig 15. "Das zeigt, dass wir die Wohnungsgrößen deutlich verändern", so Manuela Preuß. Nach Abschluss der Arbeiten werden Wohnungen mit einer Größe von 42 bis 81 Quadratmeter angeboten. Vor allem die drei Einraumwohnungen sind nach Ansicht der Planerin nicht nur großzügig, sondern haben auch einen besonderen Zuschnitt. Die anderen Wohnungen sind durchweg Zweiraumwohnungen. Sie haben Balkons und teilweise auch Terrassen.

Alle Wohnungen sind alters- und behindertenfreundlich. Auf Schwellen wird überwiegend verzichtet. Über Fahrstuhl und Laubengängen sind alle Wohnungen, ohne eine Treppe zu steigen, zu erreichen. Auch die Duschen in den Wohnungen sind ebenerdig. Zudem werden Stellplätze angelegt.

Voll des Lobes für das Projekt ist auch Dieter Krüger, Vorstandsmitglied der GWG. Er hebt vor allem die gehobene Bauweise und die edlen Materialen hervor, mit denen die GWG an dem Haus arbeiten will. "Das wird kein Billighaus", sagt er. Das Vorhaben wurde Anfang des Monats interessierten Mietern vorgestellt. Wie Manuela Preuß sagt, ist die Resonanz sehr gut. Für mehr als die Hälfte der Wohnungen liegen Meldungen vor.

Inzwischen baut die GWG schon. Wie abschließend mitgeteilt wird, sollen die Arbeiten im Sommer nächsten Jahres beendet sein.