Um ein Ärztehaus reicher wird Schönebeck. Apotheker Thomas Freyer ist der Bauherr des ebenerdigen Gebäudes. Ab dem 6. Januar werden hier am Stadtfeld dann zwei Hausärzte und eine Gynäkologin für die Patienten da sein.

Schönebeck l Es tut sich was in der Elbestadt. Aktuelles Beispiel: An der Kreuzung Am Stadtfeld/Dr.-Martin-Luther-Straße besteht seit März eine Baustelle. Dass hier kein Wohnhaus entsteht, verrät die Architektur auf den ersten Blick. Der zweite Blick, sozusagen einmal um die Ecke, gibt dann auch preis, worum es sich handelt. Nämlich ein Ärztehaus. Bauherr ist Thomas Freyer. Selbstverständlich ist das Engagement des Schönebeckers nicht unbedingt. Denn sein ureigenes Gewerbe ist das Apothekertum - seit 2002 betreibt er die von seiner Mutter gegründete Paracelsus-Apotheke.

"Im Geiste habe ich das schon lange geplant", sagt der 46-Jährige. Vor drei Jahren sei er konkret in die Überlegung gegangen. Seit März nun wird gebaut. "Für die Patienten ist es doch schön, wenn sie mehrere Ärzte an einem Ort haben", sagt er.

"Als Unternehmer hat man immer Risiken."

Das weiß er aus Erfahrung. Schließlich ist das Modell nicht neu. Seit Jahren schon vermietet er Räume an Mediziner - an seinem Apothekerstandort in der Schillerstraße. Dort haben ein Allgemein-, Haut-, Augen-, Allgemein- und Kinderarzt sowie Spezialist für Schmerz- therapie ihre Räume.

Nun folgt also die Erweiterung wenige Meter entfernt. "Die Fläche habe ich von der Stadt gekauft", sagt Freyer. Im März haben die Bauarbeiten begonnen. Im Dezember sollen sie abgeschlossen sein. Die Investition liege im hohen sechsstelligen Bereich, sagt Freyer. "Den Kredit werde ich sicher bis zum Ruhestand abzahlen", sagt der 46-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln. Das sich der Apotheker damit ein gewisses finanzielles Risiko an Land gezogen habe, das verneint er. "Als Unternehmer hat man immer Risiken", so seine Meinung. "Entweder man tut etwas oder man bleibt auf der Stelle stehen", nennt er sein Motto.

Gleichwohl hält er nicht damit hinterm Berg, dass er sich von dem Ärztehaus nicht nur einen Effekt für die Stadt und die Patienten sowie die Mieteinnahmen erhofft. Gewisse Synergien durch die räumliche Nähe für seine Apotheke seien ebenso erwünscht.

Insgesamt verfügt der Neubau über fast 430 Quadratmeter. "200 Quadratmeter werden für die Gemeinschaftspraxis genutzt", sagt Freyer. Weitere 140 Quadratmeter nutzt künftig eine Gynäkologin. Räume mit einer Fläche von 90 Quadratmeter sind dagegen noch unvermietet.

Auch wenn mit dem Ärztehaus die Hoffnung besteht, dass gleichzeitig zusätzliche Arztpraxen entstehen, so muss der Apotheker dies verneinen. Mehr oder weniger füllt sich das Haus nur durch den Umzug von Praxen innerhalb von Schönebeck.

Apropos füllen. Übervoll wird dann künftig wohl der Parkplatz nebenan sein. Den hatte Freyer bereits vor Jahren für die Kunden seiner Apotheke bauen lassen - er wird bereits rege genutzt. Für das Ärztehaus wiederum gibt es keine Freifläche mehr, die derart umgebaut werden könnte. Darauf angesprochen zuckt Thomas Freyer mit den Schultern. "Ein Parkhaus kann ich mir nicht leisten", sagt er.

 

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