Meisterhaftes in Plötzky: Der Verein "Alte Elbe" Plötzky und Umgebung hat am Wochenende seine Besten gekürt. Die Besucher bestaunten Kaninchen, Tauben, Hühner und Zwerghühner.

Plötzky l Einen echten Einstand hat Wolfgang Prochnow aus Welsleben im Verein "Alte Elbe" hingelegt. Der 62-Jährige gehört zwar erst seit einem Jahr der Züchtergruppe an und hat es doch mit seinen Kaninchen, Blaue Wiener, auf Anhieb auf das Meisterpodest geschafft. "Ich freue mich sehr darüber, hier so ein gutes Ergebnis erzielt zu haben", sagt der Züchter. Erfolge habe er in der Vergangenheit zwar schon feiern können, doch unter den Umständen "der Neue" zu sein, hat er kaum an einen Sieg bei seiner Plötzkyer Premierenschau geglaubt.

"Hobby verpflichtet und macht Spaß."

Trotzdem hat er sich intensiv vorbereitet. "Gerade vor einer Ausstellung verbringt man viel Zeit bei den Tieren, beobachtet genau." Ein Erfolgsgeheimnis kann der Züchter nicht verraten. Die Ausgangs-tiere müssten gut sein, genauso wie "das gute Züchterauge". Das ist bei Wolfgang Prochnow inzwischen recht routiniert. Seit 1980 züchtet er die Blauen Wiener. Damals war er mit seiner Frau frisch nach Welsleben gezogen. Kaninchen hielt das Paar nur. Als er gefragt wurde, in den Zuchtverein zu kommen, überlegte der 62-Jährige nicht lange. "Dabei ging es gar nicht zuerst um die Zucht, sondern um die Kontakte, um die Gemeinschaft." Doch gleich zu Beginn übernahm er die Zucht eines Welslebers, der aus Altersgründen aufhörte.

Seitdem ist die Beschäftigung mit den Tieren für Wolfgang Prochnow ein echtes Hobby - "das ernsthaft betrieben werden muss, mit allen Verpflichtungen, aber das auch Spaß macht".

Nach Plötzky ist der Bördeländer gewechselt, weil ihn die Vielfalt des Vereins sehr angesprochen habe. In der Tat, berichtet Vereinsvorsitzender Sascha Hillmer, sei der gemischte Verein - Geflügel und Fell - eine Rarität. Die Ausrichtung hängt mit der jungen Geschichte zusammen. Die Gruppe hat sich 1981 gegründet - mit dem prophetischen Blick auf die Mitgliederzahlen wollte man sich von vornherein der Zucht aller ländlichen Tiere widmen. Obwohl es bei der Zucht der Tiere kaum Parallelen gebe, geht das Konzept bis heute auf. "Wir interessieren uns füreinander und viele Züchter haben auch beides - Kaninchen und Geflügel." Der kleine doch agile Verein weist aktuell 20 Mitglieder vor, darunter vier Frauen und ein Jugendlicher.

Für alle Ehrenamtlichen sei die Ausrichtung der Kleintierschau in Plötzky eine Herzensangelegenheit. Fachlich: "Weil die Züchter noch vor den großen Herbstschauen eine erste Auskunft über ihren Zuchtstand erhalten würden. Und öffentlichkeitswirksam: Weil man mit der Vielzahl und dem Facettenreichtum der Tiere das Publikum begeistern könne. Neun große Hühner, 66 Zwerghühner, 96 Tauben und 43 Kaninchen haben Sascha Hillmer und seine Vereinsleute ausgestellt. Heiko Dademsch, Dieter Kuhr und Klaus Schepuk haben als Preisrichter den prüfenden Blick auf alles gehabt.

"Blaue Holicer noch nicht anerkannt."

Dem konnten die Wiener von Wolfgang Prochnow gut und gerne standhalten. Seine zweite Leidenschaft auf Samtpfoten sind Blaue Holicer, etwas kleinere Kaninchen. Der Welsleber hält sie - wieder mit demografischer Weitsicht - falls ihm später die Wiener zu schwer werden sollten. Doch weil die Rasse noch nicht anerkannt ist, werden die Holicer in Plötzky noch nicht gewertet. Das macht Wolfgang Prochnow nichts aus, denn es hält Meisteroptionen offen ...