Freya Schwarz pilgert jede Woche sehnsüchtig von Zens nach Gnadau. Die Sechsjährige liebt die Pferde und das Reiten. Beim Reit- und Fahrverein Gnadau-Döben kann sie schon seit langem ihrer Leidenschaft nachgehen.

Gnadau l Am Sonnabendvormittag steht Freya geduldig mit Reitkappe und warmer Weste am Rand. Neben ihr warten vier weitere Mädchen, bis sie aufgerufen werden. In der Mitte der rund 800 Quadratmeter großen Gnadauer Reithalle führen die Übungsleiter Jessica Heider und Steffen Möbes die geduldigen Pferde an der Longe im Kreis. "Freya, du bist dran", fordert Jessica Heider die Sechsjährige auf. Routiniert tritt die kleine Zenserin an das doppelt so große Übungspferd Undine heran und klettert hinauf. Undine setzt sich in Bewegung. Lächelnd wippt Freya auf ihrem Rücken mit, dreht sich rückwärts, streckt die Arme nach oben, nach vorn und zur Seite. Schließlich hockt sie sich hin und geht in den aufrechten Stand.

Papa Olaf Mergel steht bei einer Tasse Kaffee auf der Tribühne und schaut zu. Für die beiden ist es ein fast schon eingespieltes Ritual. "Jeden nur möglichen Sonnabend fahren wir nach Gnadau", sagt Olaf Mergel. Schon als er Freya als Kleinkind auf dem Arm hielt, habe sie es zu Pferden hingezogen. Auch später zeigt sie keinerlei Angst vor den Tieren. Schon mit zwei Jahren fährt Freya mit ihrem Vater bei schönem Wetter nach Schönebeck zum Reiten. "Schon Tage zuvor freut sie sich darauf und ist traurig, wenn es einmal nicht klappt", sagt Olaf Mergel, der seit 2006 eine Heilpraxis in Zens betreibt. Er betont, dass den Kindern gegen eine kleinen Obulus nicht nur das Reiten, sondern auch die Pflege und Versorgung der Pferde vermittelt werden.

Genau das ist das Anliegen des 2003 gegründeten Reit- und Fahrvereins Gnadau. "Mittlerweile zählen wir weit über 100 Mitglieder", freut sich Vorsitzender Wolf Schoenebaum. Selbst aus Magdeburg pilgern Pferdefreunde in die Parkgemeinde. "Unser Ziel ist es, das Interesse und die Liebe zum Pferd zu wecken und den Reit-, Voltigier- und Fahrsport, freizeit- wie turniermäßig zu unterstützen." Egal ob Jung oder Alt, ob Anfänger, Profi, Wieder- oder Späteinsteiger. Die Gnadauer möchten jedem die Möglichkeit bieten, seine Freizeit mit dem eigenen oder den drei Vereinspferden zu verbringen.

Dafür steht neben der Halle sowohl ein großer Dressur- und Allwetterplatz mit Flutlichtanlage als auch ein Springplatz, Fahrparcours und Koppel zur Verfügung. Die jährlichen Ringreiten, der Kindertag, die Gnadauer Reit- und Fahrertage sowie die bevorstehenden Weihnachtsreitertage (s. Infokasten) haben mittlerweile einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Region.

Freya ist oft mit dabei und gehört in der Region zum hoffnungsvollen Nachwuchs im Pferdesport, nimmt bei Ringreitveranstaltungen teil. "Bis jetzt hat sich die Frage nach einem eigenen Pferd zum Glück noch nicht gestellt", schmunzelt Olaf Mergel.

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