Wenn es draußen ungemütlich wird, heizen sich die Eggersdorfer ein. Mit dem Herbstfeuer. Am Wochenende folgten zahlreiche Gäste der Einladung des Bördeland-Ortsteils.

Eggersdorf l "Es ist einfach gemütlich am Feuer. Und ich finde, wenn in Eggersdorf mal was los ist, dann sollte man auch hingehen", sagt Rita Milius. So stand es für Rita und Uwe Milius außer Frage, das Herbstfeuer zu verpassen. "Das wird bereits seit vielen Jahren schon bei uns gemacht. Wenn man sich das mal so überlegt, merkt man erstmal, wie oft es den Abend wirklich schon gab", sagt Rita Milius und staunt fast selbst ein bisschen dabei.

"Eggersdorf hat das Herbstfeuer nicht erfunden, aber hat es anderen Orten nachgemacht."

Ortsbürgermeister und Feuerwehrchef Jürgen Rode kann aushelfen. Er rechnet nach: Die Idee zu einem solchen Feuer habe er selbst in den Gemeinderat von Bördeland gebracht. "Damals war der Ort noch selbständig und im alten Kreis wurde das Verbrennungsverbot eingeführt", erinnert sich Jürgen Rode.

Schnell seien im Dorf die Fragen danach aufgekommen, was man mit dem herbstlichen Baum- und Grünschnitt anfangen solle.

Das Herbstfeuer war die Antwort. Es wurde zwar nicht in Eggersdorf "erfunden". "Aber wir haben es anderen Orten nachgemacht", sagt Jürgen Rode, der Sonnabendabend im Bierwagen steht und selbst ausschenkt. "Die Leute können ihren Baumverschnitt herbringen und wir haben ein schönes Feuer, um uns in der Dorfgemeinschaft zu versammeln", so der Ortsbürgermeister. In den Anfangsjahren habe man sich noch an Halloween orientiert. Heute ist die Ausrichtung mehr auf Zusammensein und Klönen, zumal die Nacht zu Sonntag eine Stunde mehr bot.

Im Amt des Ortschefs war der Abend für Jürgen Rode eine Premiere. Doch er hat sich sehr darauf gefreut und lobt den Zusammenhalt bei der Vorbereitung. "Es ist im Ortsbürgermeisteramt wie in der Feuerwehr das Gleiche: Ich habe überall ganz wertvolle Helfer, die mich bei vielem unterstützen. Ohne die geht es nicht. Und ohne die wäre auch der Abend heute nicht möglich."

Zuerst nennt Jürgen Rode die Eggersdorfer Blauröcke. Die Feuerwehrleute sichern das Feuer ab, passen auf die Gäste auf. Dann gibt es viele, die an Getränkeständen und Grill helfen würden. Schließlich waren auch im Vorfeld Personen gefragt, wie die Gemeindearbeiter. Sie haben zu festen Terminen auf dem umzäunten Feuerplatz am Bahnhof das Brenngut angenommen. "Das muss alles in geordneten Bahnen passieren, damit wir das Feuer auch genehmigt bekommen", sagt Jürgen Rode und ist dankbar für die Hilfe.

Das Herbstfeuer ist so zu einem festen Termin im Veranstaltungskalender von Eggersorf geworden, neben dem Ringreiten, dem Osterfeuer, dem Martinsumzug am 11. November, dem Nicolausmarkt am 7. Dezember mit Programm in der Kirche oder Kuchenbasar des Kindergartens im Bürgerhaus oder dem Weihnachtsbaumverbrennen. "Alles für die Leute", sagt Jürgen Rode.

Rita Milius pflichtet ihm im Gespräch am Bierwagen bei: "Man trifft sich, kann erzählen, auch mit denen, die man nicht so oft auf der Straße sieht. Schön ist doch, wenn das ganze Dorf auf den Beinen ist und die Dinge annimmt."