Die Mitglieder des Eggersdorfer Kultur- und Heimatvereines laden morgen zu einem wichtigen Termin ein: Die Heimatstube in der Reformstraße soll wieder eröffnet werden. Sie wurde renoviert und umgestaltet.

Eggersdorf l Großer Bahnhof in Eggersdorf: Am morgigen Donnerstag um 17 Uhr ist es nun soweit. Nach wochenlangen Renovierungsarbeiten eröffnet der Eggersdorfer Kultur- und Heimatverein seine völlig neu gestaltete Heimatstube in der Reformstraße. Hierzu laden die Mitglieder ihre Vereinskollegen und interessierte Bürger aus dem Dorf und der näheren Umgebung ein.

Die Gliederung nach Sachgebieten galt als Grundprinzip bei der Umgestaltung. So kann man jetzt Einblick in eine Küche nehmen, wie sie zu Omas Zeiten eingerichtet war. Der Schulbereich wurde erweitert. Die komplette Ausrüstung für eine Hausschlachtung wird gezeigt und könnte zu jeder Zeit noch Anwendung finden. Aus der Landwirtschaft und dem Bergbau wird berichtet.

Zur Bergbaugeschichte kann kurz gesagt werden: Im Jahr 1885 begann die normale Förderung, die neben der Saline Schönebeck bald auch per Eisenbahn einen großen Abnehmerkreis in Magdeburg versorgte, und zwar in scharfer Konkurrenz mit der böhmischen Braunkohle. Mit 150000 Tonnen Jahresförderung war die Eggersdorfer Grube ab 1867 für kurze Zeit Preußens leistungsstärkste Braunkohlengrube. Später versorgte sie nur noch die Saline, und zwar bis in die 20 Jahre des 19. Jahrhunderts. Inzwischen hat die Natur das Gebiet zurückerobert.

Der schönste Raum des kleinen Heimatmuseums, verziert mit Stuckarbeiten an der Decke, ursprünglich der Speisesaal eines Großbauern, soll in Zukunft eine andere Aufgabe erfüllen. Er dient jetzt als Sonderausstellungsraum. Zur Eröffnung haben sich die Heimatfreunde etwas Besonderes dafür einfallen lassen. Es werden Ölbilder von ehemaligen Eggersdorfer Künstlern gezeigt. Erinnert sei an die Bürger Siegfried Holzgräber, Erich Zeuchner und Kurt Schünemann. Die Landschaftsbilder der Genannten zieren noch heute die Wohnstuben einiger Dorfbewohner.

Auch Eggersdorfer Künstler präsentieren sich

Aber auch der Eggersdorfer Künstlernachwuchs zeigt seine Werke. Carmen Knabe gibt Einblick in ihre Dekorationsmalerei mit Acrylfarben. Die Bilder von Judith Schmidt sind in verschiedene Gestaltungstechniken gefertigt und sollen Motivation für eine eigene Bildgestaltung sein. Sie zeigt auch, dass man mit einer Zahnbürste sogar Kunstwerke schaffen kann.

Zum Eröffnungstag wünschen sich die Vereinsmitglieder einen regen Besuch und Zuspruch für das Geschaffene. Bedanken möchten sie sich bei Ingolf Lemke, bei all den fleißigen Helfern aus dem Verein und natürlich auch für die Leihgaben der Künstler

Im Anschluss treffen sich die Heimatvereinsmitglieder zu ihrer Mitgliederversammlung in der Gaststätte zum Pferdestall, zu der auch Interessenten kommen dürfen und etwas in die Vereinsarbeit "schnuppern" können.

 

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