Plötzky l Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch und Pötzkys Ortsbürgermeister Martin Kütz haben bei der Bürgerversammlung in Plötzky um Verständnis für den geplanten Hochwasserschutz in Ostelbien gebeten. Kritik wurde seitens der Bürger zum einen wegen der geplanten Spundwände entlang der Umflut laut, aber auch wegen der langen Zeit. "Es handelt sich hier um immense Investitionen und Bauwerke, deren Planung einen entsprechenden Vorlauf benötigen", sagt der Schönebecker Stadtchef. Bert Knoblauch erinnert daran, dass das Land Sachsen-Anhalt über den zuständigen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft rund zehn Millionen Euro in den Hochwasserschutz in Schönebeck und den Ortsteilen investieren wolle. "Das ist Geld, was wir als Stadt nicht aufbringen könnten, von dem wir aber profitieren." Anfang Dezember werde es zwischen der Stadt und dem LHW ein Gespräch geben, bei dem alle Maßnahmen erörtert würden und die Stadt sich auch mehr Mitspracherecht für die Planungen einräumen lassen wolle, sagt der Oberbürgermeister.

Um das Mitspracherecht geht es auch den Plötzkyern. Nachdem im Ortschaftsrat die Pläne für die Spundwand am Ortsrand vorgestellt wurden, befürchten sie nun, vor "vollendete Tatsachen gestellt" worden zu sein. Ortschaftsrat Erhard Wetzel, der als Planer den angedachten Hochwasserschutz in Ostelbien für den LHW vorbereitet, erklärt, dass es im Verfahren noch umfangreiche Möglichkeiten für eine Bürgerbeteiligung geben werde. "Das Land will diese Beteiligung auch, denn um die Anlagen errichten zu können, muss auch Privatgrund herangezogen werden", so Wetzel. Nach umfangreichen Hochwasserberechnungen und Gebietsvermessungen geht eine erste Vorplanung im LHW davon aus, dass in Plötzky und Pretzien Spundwände gesetzt werden, um die Bürger vor Wasser zu schützen, sollte das Pretziener Wehr gezogen werden. Alternativen mit Deichen seien nicht möglich, weil, so Wetzel, dort viel mehr Platz benötigt werden, was auch wieder die Frage privaten Grundes betreffe. Zudem müsse man seitens des Landes effektiv und wenig kostenintensiv bauen, ergänzt Oberbürgermeister Knoblauch. Sind die Vorplanungen abgeschlossen, kommt es zur Genehmigungsplanung, zur Entwurfsplanung und zur Ausführungsplanung. "Überall hier haben Bürger die Möglichkeit, ihre Eingaben zu machen", sagt Wetzel.