Ehrenamtliche Gemeinde- und Ortschaftsräte sollen für ihr Engagement eine höhere Aufwandsentschädigung bekommen. Dieses Thema steht am morgigen Donnerstag, 6. November, bei der Ratssitzung der Gemeinde Bördeland in Biere auf der Tagesordnung.

Biere l Grundlage für die Erhöhung ist ein Beschluss des Ministeriums für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt vom 30. Juni. Nun sollen auch die Bördeländer davon profitieren. "Unsere Verwaltung und großen Fraktionen haben konstruktiv diskutiert und gearbeitet. Somit kann der Entwurf dem Gemeinderat vorgelegt werden", sagte Bernd Nimmich (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Bördeland, der Volksstimme.

"Darum steht das Geld den Ortschafts- und Gemeinderäten zu."

Trotz vielerorts knapper Kassen sei mehr Geld für die ehrenamtliche Arbeit gerechtfertigt, um vernünftig arbeiten zu können. "Darum steht das Geld den Ortschafts- und Gemeinderäten zu", so Nimmich, der seit sieben Jahren in seinem Amt ist.

Weiter meinte der Bürgermeister, dass die neue Satzung zur Aufwandsentschädigung vom Innenministerium ins Leben gerufen wurde und auch in seiner Gemeinde umgesetzt werden müsse.

Das Gemeindeoberhaupt verwies darauf, dass die Aufwandsentschädigung von der Einwohnerzahl des jeweiligen Ortes abhängt. Somit bekommt laut Ministerium des Inneren ein ehrenamtlicher Bürgermeister, dessen Ort unter 500 Einwohner hat, einen Betrag von 60 bis 185 Euro im Monat. Bei über 2000 Einwohnern gibt es 155 bis 470 Euro. Die Aufwandsentschädigung kann nicht nur als monatlicher Pauschalbetrag, sondern auch als so genanntes Sitzungsgeld gezahlt werden.

Zwei Beispiele für die Gemeinde Bördeland: Die derzeitige Aufwandsentschädigung für den Ortsbürgermeister von Biere (rund 2250 Einwohner) beträgt im Monat 389 Euro, nun werden 420 Euro vorgeschlagen. Der Ortschef von Zens (rund 285 Einwohner) erhält momentan 154 Euro, nun soll die Summe auf 185 Euro klettern.

Eine Ausnahme gibt es mit Großmühlingen. Hier rutschte die Bevölkerungszahl unter 1000. Somit sinkt für den Ortsbürgermeister die Aufwandsentschädigung.

Laut Nimmich sei es außerdem wichtig, dass junge Leute in die ehrenamtliche Arbeit integriert werden. "Das ist uns in der Gemeinde Bördeland gelungen. Hier sitzen viele junge Menschen in den Räten." Die höhere Aufwandsentschädigung bezeichnete er als "Anreiz und Lust auf das Ehrenamt".

"Trotz Heimatverbundenheit ziehen viele aus beruflichen Gründen weg."

Für die Zukunft sei es jedoch schwierig, die jüngere Generation hierzulande weiterhin einzubeziehen. "Trotz Heimatverbundenheit ziehen viele aus beruflichen Gründen mit ihrer Familie weg und haben in anderen Orten ihren Lebensmittelpunkt." Dies sei in der heutigen Zeit die demografische Entwicklung.

Die Gemeinderatssitzung von Bördeland findet am morgigen Donnerstag ab 19 Uhr im Ratssaal, Magdeburger Straße 3 in Biere, statt. Die Tagesordnung sieht folgende Punkte vor: - Beschluss Hauptsatzung der Gemeinde, - Beschluss Geschäftsordnung der Gemeinde für Gemeinderat, Ausschüsse und Ortschaftsräte, - Beschluss Entschädigungssatzung für ehrenamtlich tätige Bürger im Gemeinderat, Ortschaftsrat, deren Ausschüsse und Fraktionen sowie ehrenamtliche Ortsbürgermeister, - Beschluss Rahmenvertrag zur Feuerwehrrente für aktive Kameraden der Gemeindefeuerwehr, - Beschluss Feuerwehrrentensatzung, Berufungen Ortswehrleiter Eggersdorf, Vize-Ortswehrleiter Eggersdorf und Eickendorf.