Schönebeck l Wie eng Trubel und Trostlosigkeit beieinander liegen können, zeigt sich am Gymnasium im Malzmühlenfeld. Das sogenannte GiM hatte bereits vor einigen Jahren dicht machen müssen, vor allem, weil die Schülerzahlen den Betrieb von zwei Gymnasien in Schönebeck nicht mehr hergaben. Während der jetzt erfolgten umfassenden Sanierung des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums in der Berliner Straße erlebte das GiM in den vergangenen zwei Jahren als Ausweichquartier noch einmal eine Renaissance. Der Schulbetrieb bedingte auch eine Pflege des Schulhofes, der mit schönen Weidenbäumen bestanden ist. Seit September gehen die Schüler wieder in das Hermann-Gymnasium und der alte Schulhof des GiM liegt öde da. Zu öde, meint Volksstimme-Leserin Else Heidt. Sie wohnt in der Johannes-R.-Becher-Straße und kann von ihrer Wohnung aus direkt auf das Schulgelände schauen. "Hier sprießt das Unkraut, die Hecken sind ungepflegt, alles verkommt. In Ordnung ist das nicht", beklagt Else Heidt. Sie würde gerne wissen, ob sich daran nicht etwas ändern kann.

Mit der Volksstimme sprach die Anwohnerin bereits am 9. Oktober. Einen Tag später stellte die Lokalredaktion jeweils eine Anfrage an die Stadtverwaltung Schönebeck sowie an den Salzlandkreis. Vom Sprecher der Stadtverwaltung, Hans-Peter Wannewitz, kam die zu erwartende Antwort: "Schulträger ist der Salzlandkreis."

Ingrid Schildhauer, Sprecherin des Landratsamtes in Bernburg, sagte indes zu, die Anfrage an das zuständige Fachamt weiter zu leiten. In den darauf folgenden Wochen hakte die Volksstimme mehrfach nach. Am Dienstag dieser Woche kam dann die Antwort: "Vom Fachdienst Bildung und Kultur habe ich gerade die Info erhalten, dass ein Hausmeisterdienst beauftragt wurde, der einmal wöchentlich die Außenanlage pflegen und kontrollieren soll", lässt Ingrid Schildhauer wissen.

Die Überlegung liegt angesichts der langen Beantwortungszeit nahe, dass Else Heidt erst mit ihrem Anruf dafür gesorgt hat, dass der Salzlandkreis den Hausmeisterdienst beauftragte. Ein gesellschaftliches Einmischen, eine Kritik an öffentlich ersichtlichen Zuständen kann also von Erfolg gekrönt sein.

Übrigens wird der gesamte Bereich im Viereck Johannes-R.-Becher-Straße, Am Stadtfeld, Friedrichstraße und Am Malzmühlenfeld in den kommenden Jahren grundlegend umgestaltet. Ein Bebauungsplan sieht unter anderem die Errichtung von Stadtvillen vor. Was aus dem GiM inklusive des alten Schulhofes wird, ist offen. Aber immerhin wird das Gelände nicht verludern, dank Else Heidt.