An der friedlichen Revolution in Schönebeck sowie in Magdeburg 1989 haben auch Anna-Maria und Rüdiger Meussling teilgenommen. Für die Volksstimme erinnern sich die Plötzkyer an jene Zeit.

Plötzky l "Montags waren wir in Magdeburg und donnerstags in Schönebeck", sagt Rüdiger Meussling, Pfarrer im Ruhestand. Der Plötzkyer weiß ad hoc, wie er die Tage 1989 verbracht hat. Schließlich geht es hierbei um das Jahr des Mauerfalls. So wie viele Menschen in der Region hat sich auch das Ehepaar Meussling an der friedlichen Revolution beteiligt. Sie erinnern sich noch gut, wie sie "mit unserem kleinen Auto" zu den einzelnen Veranstaltungen in Magdeburg und Schönebeck gefahren sind.

"Wir haben natürlich intensiv mitgemacht", ergänzt seine Frau Anna-Maria. Rüdiger Meussling war damals als Pfarrer in Plötzky und Pretzien tätig. Doch in Schönebeck, so der Ruheständler, hätten die anderen drei Pfarrer die Organisation der Demonstration übernommen. Da wollte er sich sozusagen nicht einmischen. Aber mitmischen. Selbstverständlich.

Doch auch das war zu jener Zeit nicht ohne. "Wir wussten ja immer nicht, was passiert", versucht Anna-Maria Meussling die Sorge in Worte zu fassen, die vor 25 Jahren nicht nur das Plötzkyer Ehepaar umtrieb.

"Damals waren unsere Kinder schon aus dem Haus", berichtet Anna-Maria Meussling weiter. Jedoch seien zu der Zeit der Demonstrationen Kupferdecker an der St.-Thomas-Kirche in Pretzien tätig gewesen. "Da haben wir uns immer von denen verabschiedet, damit jemand weiß, wo wir hingehen", sagt die Plötzkyerin.