Die Rente für aktive Mitglieder der Gemeindefeuerwehr Bördeland kommt. Endlich. Der Gemeinderat hat am Donnerstagabend den Weg geebnet. Je Kamerad soll der kommunale Zuschuss zehn Euro pro Monat betragen.

Biere l Es sei erstaunlich, denn es habe fünf Jahre bis zum jetzigen Ergebnis gedauert. Dennoch sei es äußerst begrüßenswert, dass das Ehrenamt in dieser Art und Weise gewürdigt wird. Mit diesen Worten kommentierte Frank Ahrend, CDU-Gemeinderat und Ortsbürgermeister von Zens, die Nachricht von Bördelands Ordnungsamtsleiter Bernd Möhring, dass nun die Feuerwehrrente für aktive Mitglieder Gemeindewehr kommen soll. Frank Ahrend betonte, dass sie "ein symbolischer Akt der Anerkennung" sei. "Es sollte für uns keine Kann-Bestimmung sein, für die Feuerwehrrente zu stimmen, sondern eine Verpflichtung", so der Zenser.

Auf Initiative des Innenministeriums und der Öffentlichen Versicherung Sachsen-Anhalt (ÖSA) ist am 29. Februar 2009 eine gemeinsame Erklärung unterschrieben worden. Gemeinden sollte es möglich sein, das Engagement der Kameraden zu würdigen - und zwar mit einer privaten Rentenversicherung, an der sich die Gemeinde finanziell mit einem Sockelbetrag beteiligt.

Rente - "Geschenk" der Gemeinde

In den Ortswehren Bördelands sei das Anliegen diskutiert worden. Mit positiver Resonanz. "Die Ortsfeuerwehren der Gemeinde Bördeland befürworten die Einführung einer Feuerwehrrente. Entsprechende Anhörungen der Ortswehrleiter haben dazu im Rahmen der Wehrleitertagungen stattgefunden", heißt es in der Beschlussvorlage.

Einer entsprechenden Satzung, die am 1. Januar 2015 in Kraft treten wird, hat der Gemeinderat Bördeland am Donnerstagabend einhellig zugestimmt. Hinweise der Kommunalaufsicht, durch deren prüfende Hände die Satzung bereits gegangen ist, sind eingearbeitet. So unter anderem, wer Anspruch hat. Nämlich wer an mindestens 85 Prozent der geplanten Ausbildungsveranstaltungen im Dienstjahr teilnimmt. Dann kann die Gemeinde dem Aktiven einen Zuschuss von zehn Euro pro Monat aus dem kommunalen Haushalt geben. Nach derzeitigem Stand könnten etwa 100 Kameraden davon profitieren. Die Verwaltung rechnet mit 12 000 Euro, die die Gemeinde pro Jahr in die Feuerwehrrente investiert. "Wenn es beschlossene Sache ist, dann erfolgt eine konkrete Abfrage", sagte Möhring und wies darauf hin, dass den Leitern der Ortswehren eine große Verantwortung zukommt. Sie müssen regelmäßig mitteilen, wer dafür in Frage kommt, und auch kontrollieren, ob bei den Versicherten die Ansprüche noch bestehen.

Gemeinderat Ekkehard Horrmann (Bürgerinitiative Welsleben) findet die Feuerwehrrente "grundsätzlich sehr gut". "Was mich aber fast schockiert, ist, was für die Kameraden rauskommt. Das ist ja eine Katastrophe", zeigte sich der Welsleber verärgert. Er sprach die aufgeführte Beispielrechnung an: Wenn ein Aktiver mit 60 Jahren einsteigt und die Rente mit 70 Jahren ausgezahlt bekommt, müsste er noch 23 Jahre leben, um das Eingezahlte wieder rauszukriegen. Bernd Möhring merkte an, dass natürlich bei einem 60-Jähriger, der zudem nur bis zum 65. Lebensjahr im aktiven Dienst sei, bei zehn Euro im Monat keine große Summe zusammenkomme. Dennoch: Die Rente, egal wie hoch, sei "ein Geschenk" der Gemeinde. Zudem könne jeder den Beitrag individuell aufstocken. "Ist es nicht möglich, den Zuschuss unter Berücksichtigung der Altersstruktur anzupassen?", fragte Frank Ahrend in die Runde. Sprich, die älteren Aktiven bekommen einen höheren Zuschuss, um eine bessere Rente erwarten zu können. Davor warnte Ekkehard Horrmann: "Eine 100-prozentige Gerechtigkeit kriegen wir nie. Das würde außerdem den Kostenrahmen der Gemeinde sprengen."

"Die Aktiven merken, dass Arbeit gewürdigt wird."

Mario Brych, Gemeinderat (Bürgerinitiative Welsleben) und Ortswehrleiter von Welsleben, betonte: "Wenn wir mit diesem Zuschuss anfangen, ist viel getan. Wir sind froh, dass wir das hinbekommen haben." Hans-Georg Fabian, SPD-Gemeinderat und Ortswehrleiter von Kleinmühlingen, stimmte Brych zu: "Die Regelung reicht so aus. Die Aktiven merken, dass ihre Arbeit endlich gewürdigt wird."

   

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