Eggersdorf l Gartengeräte, Werkzeug, Fahrräder und jede Menge Plunder lagern die meisten Menschen im Keller. Bei Familie Meyer in Eggersdorf sieht das etwas anders aus. Einen großen Raum im heimischen Souterrain haben Jutta und Volker Meyer sowie die erwachsenen Kinder Ulrike und Thomas zu einem Refugium für Geschenke umfunktioniert. Hier stapeln sich die Päckchen bis unter die Decke. Mit Geschenkpapier ausgekleidete Schuhkartons beinhalten Geschenke für Kinder. Weihnachtliche Überraschungen, die von Eggersdorf aus vornehmlich nach Osteuropa gehen, dorthin, wo das soziale Netz keineswegs so eng geknüpft ist wie in Deutschland und Waisenkinder durchaus auch auf der Straße leben.

Bereits im 13. Jahr sammelt die Eggersdorfer Familie für die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" Präsente, die eben genau dort verpackt sind: in Schuhkartons. Jutta Meyer erzählt, wie es dazu kam. "Wir haben die Idee von unserem damaligen Pfarrer übernommen und die Aktion einfach weiter geführt." Warum? "Weil wir in Deutschland genug haben und etwas abgeben können", lautet die Antwort der Eggersdorferin.

Ihr Keller fungiert als Sammelstelle für alle Geschenke, die im Altkreis Schönebeck von freundlichen und von der Idee begeisterten Menschen in Schuhkartons gepackt werden. Familie Meyer sammelt nicht nur. Das Quartett packt und füllt auch auf, wenn zum Beispiel nur Präsente abgegeben werden, ohne Karton. Zu den Mitstreitern gehören neben Privatpersonen mehrere Schulen und Kitas. Zudem haben sich im Laufe der Zeit andere Helfer gefunden. Damit Familie Meyer nicht endlos Schuhkartons mit Geschenkpapier bekleben muss, hat sich der Mutter-Kind-Kreis beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) in Bad Salzelmen dazu entschlossen, den Eggersdorfern klebend unter die Arme zu greifen. Unterstützung kommt auch von der Frauen- und Handarbeitsgruppe "Flotte Nadel" Eggersdorf. Selbstgestickte Schals, Mützen, Handschuhe sind Unikate und kommen bei den Beschenkten im kalten Osten gut an.

Bis zu 500 Schuhkartons gehen von Bördeland aus jährlich auf die Reise. Zuerst nach Magdeburg zur Hauptsammelstelle, dann weiter nach Weißrussland. In Eggersdorf markiert der 15. November, also der nächste Sonnabend, den letzten Abgabetermin. Wer sich noch beteiligen will, sollte seinen Schuhkarton bis dahin gepackt haben. Auch Geldspenden sind möglich. Wer mag, kann einen Kartengruß hineinlegen und die eigene Adresse oder E-Mail-Adresse. "Nicht alle Beschenkten haben die Möglichkeit, zu antworten. Aber es kommt alles an", versichert Jutta Meyer. Noch einmal befragt nach der eigenen Motivation sagt sie: "Es ist für mich Nächstenliebe." Ulrike und Thomas Meyer fügen hinzu: "Wir finden es wichtig, über den Tellerrand hinaus zu schauen."

Weitere Infos zur Aktion des christlichen Hilfswerks "Geschenke der Hoffnung" unter www.weihnachten-im-schuhkarton.org oder bei Familie Meyer, Telefon (03928)844176.