Internationale Prominenz ist am Mittwochabend in Schönebeck zu Gast gewesen. Anlass war der 23. Internationale Wirtschaftsstammtisch, den die Stadt und der im Sommer neu gegründete Schönebecker Wirtschaftsrat ausgerichtet haben.

Schönebeck l "Wir wollen aus dem Schatten heraustreten", sagt Hans-Jürgen Schwarz. Er ist der Geschäftsführer der international tätigen Ambulanz Mobile GmbH und Co. KG und gleichzeitig Sprecher des Schönebecker Wirtschaftsrates. Als Unternehmer und Bürger der Elbestadt ist es ihm daher wichtig, Schönebeck zu einer lebenswerten Stadt zu entwickeln. Natürlich auch im Sinne der Mitarbeitergewinnung. "Wir können ein Äquivalent zu Barleben werden", blickt Schwarz nicht weit in die Ferne. "Das ist ein langer Weg, aber wir haben die ersten guten Schritte in diese Richtung getan", schätzt er ein.

Ein solcher Schritt beispielsweise ist am Mittwochabend gegangen worden. Denn die Stadt und der Wirtschaftsrat, dem derzeit zehn Firmen angehören, haben gemeinsam den Internationalen Wirtschaftsstammtisch ausgerichtet. Ort der festlichen Veranstaltung, die dem Kontakteknüpfen dienen sollte, war das Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) Inno Life in Bad Salzelmen.

110 nationale und internationale Gäste wie der US-amerikanische Generalkonsul Scott Riedmann, Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht, Reino Hellasmäki als Vice President des finnischen Stammunternehmens der Schönebecker Tochter Nammo oder der Präsident der deutsch-finnischen Handelsgesellschaft Tobias Salomon waren gekommen, um sich ein Bild über die Leistungsstärke der Schönebecker Wirtschaft zu machen.

"Viele Gäste haben gestaunt, was wir hier alles vorweisen können", sagt Oberbürgermeister Bert Knoblauch. "Schönebeck ist heute auf einem guten Weg zu einem mittleren Wirtschaftsstandort mit einem starken mittelständischen Gewerbe in verschieden strukturierten Gewerbegebieten und in der Stadt selbst", schätzt das Stadtoberhaupt in diesem Zusammenhang ein. Und er nennt die Automobilzulieferer-, Chemie-, Pharma- und metallverarbeitende Industrie als Beispiele des breiten Portfolios, mit dem Schönebeck heute aufwarten kann.

"Wir haben uns gut darstellen können", resümiert Bert Knoblauch. Damit bezieht er sich nicht nur auf das dem Anlass entsprechende Ambiente im IGZ, sondern auch auf die drei Schönebecker Unternehmen, die sich im offiziellen Teil präsentiert haben. Das waren die Ambulanz Mobile GmbH und Co KG., die BaP - Stainless Steel Solution GmbH sowie die Nammo Schönebeck GmbH.

Der Internationale Wirtschaftsstammtisch wird traditionell vom Pressesprecher des Finanzministeriums, Wolfgang Borchert, veranstaltet. Seit 1999 immer in Magdeburg. Schönebeck geht nun in die Geschichte dieser hochkarätigen Veranstaltungsreihe ein als der erste "Außenstandort".

Nicht nur das ist erwähnenswert. Denn die Veranstaltung in Schönebeck ist zugleich die erste Aktion des im Sommer gegründeten Wirtschaftsrates der Stadt. "Einen kleinen Teil der Kosten übernimmt die Stadt, doch den Großteil tragen die Mitgliedsunternehmen", erklärt Hans-Jürgen Schwarz. Das ist nicht selbstverständlich. Doch Schwarz erklärt kurz und knapp: "Uns geht es um die Stadt." Denn diese soll interessant für Mitarbeiter sein - davon profitieren Wirtschaft und Stadt. Besonderheit dieses Wirtschaftsstammtisches: Er dient vorrangig dem Knüpfen von Kontakten. Eine Tätigkeit, der Bert Knoblauch am Mittwochabend ausführlich nachgegangen ist. "Ich habe beispielsweise gute Gespräche mit der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH geführt", berichtet Knoblauch. Diese ist für Firmenansiedlungen mit zuständig.

"Leider kann ich nun keine Neuansiedlungen aufgrund dieses Abends ankündigen", sagt Knoblauch. Jedoch sei das auch nicht seine Erwartung gewesen. Er ist aber zufrieden, dass der Grundstein für mögliche Ansiedlungen gelegt sei.

Konkretere Effekte kann aber Hans-Jürgen Schwarz vorweisen. "Am Donnerstagmorgen haben sich direkt zwei Firmen bei mir gemeldet, mit denen wir mögliche Zusammenarbeiten besprechen werden", berichtet er auf Volksstimme-Nachfrage. Denn Ambulanz Mobile entwickle zwar hochgradig, "aber wir produzieren nicht", sagt er. Deshalb sei er über Firmen in der Region glücklich, die diese Aufträge für ihn übernehmen.